Straßenverkehrsamt lud zum Bürgerforum ein - Kritik am geplanten Uni-Parkhaus

Vorfahrt für Fußgänger

Schmale Wege: Die Kreuzung am Holländischen Platz hat die Stadt Kassel bei einer Verkehrsanalyse im Auge. Dort überqueren Kolonnen von Studenten die Straßen. Archivfoto: Herzog

Kassel. Tag für Tag das gleiche Bild: Aus überfüllten Trams kommend überqueren Kolonnen von Studenten auf schmalen Wegen und über zwei Verkehrsinseln den Holländischen Platz (Hopla).

Dieses Verkehrsproblem ist ein wichtiger Knackpunkt bei der von der Stadt Kassel in Auftrag gegebenen Verkehrsanalyse für den Innenstadtbereich rund um die Universität. Um die Vorschläge der Anwohner miteinzubeziehen, hatte das Straßenverkehrs- und Tiefbauamt zu einem Bürgerforum in die Carl-Schomburg-Schule eingeladen.

In erster Linie gehe es darum, die Wege von Fußgängern und Radfahrern für die Verbindung zwischen Innenstadt, Entenanger/Pferdemarkt, Unterneustadt und Uni Kassel zu optimieren, erläuterte Stadtbaurat Dr. Joachim Lohse.

Der Auftrag geht auf einen Stadtverordnetenbeschluss zurück. In der Verkehrsanalyse wird auch eine bessere Erreichbarkeit des Hochschulgeländes durch Trams und Busse im Hinblick auf die bauliche Entwicklung des geplanten Uni-Campus Nord zwischen Moritz- und Gottschalkstraße untersucht.

In der Veranstaltung wurden erste Planungsideen vorgestellt. Anschließend sollten die Bürger an Tafeln diese kommentieren oder neue Vorschläge entwickeln. Ein Ergebnis: Die Teilnehmer waren sich mit den Planern einig, dass die zentrale Bahnhaltestelle am Hopla näher ans Campusgelände geführt werden müsse.

Alternativen zum Parkhaus

Ein großer Kritikpunkt war das von der Universität am Rande des Nordstadtparks geplante Parkhaus. Die Diskussionsteilnehmer befürchteten, dass die gern genutzte Grünfläche wegen des Autoverkehrs nicht mehr attraktiv genug sei. Außerdem befänden sich dort zwei Kindergärten. Es gebe genügend andere Alternativstandorte für ein Parkhaus, so der Tenor der Bürger.

Annette Spielmeyer vom Stadtplanungsamt machte deutlich, dass das Parkhaus nicht mehr zur Disposition stehe. Daraufhin empörte sich eine Bürgerin: „Erst werden wir eingeladen und jetzt niedergebügelt.“ Die Verantwortlichen des Abends räumten den Fehler ein, nicht von vornherein deutlich gemacht zu haben, an welchen Planungspunkten nicht mehr gerüttelt werden könne.

Der Bebauungsplan für den Campus-Nord soll in der Stadtverordnetensitzung am Montag, 29. August, beschlossen werden. (bea)

Vorschläge und Anregungen der Bürger sollten bis zum 24. Juni eingereicht werden an das Straßenverkehrs- und Tiefbauamt, Theresa Maiwald, Friedrichsstraße 36, 34 117 Kassel oder per E-Mail: theresa.maiwald@stadt-kassel.de

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