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Vorher-Nachher-Fotos von Kassel zeigen die Zerstörung durch den Krieg

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Von: Thomas Siemon

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Nach dem Krieg sind am Fuldaufer viele Gebäude zerstört.
Nur noch Ruinen: Diese Aufnahme des Fuldaufers entstand nach dem Krieg. Das Gebäude hinten links wurde später abgerissen. © Nachlass von Arwed Kaess

Neue Bilder aus dem Nachlass von Arwed Kaess zeigen, wie stark Kassel im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Sie zeigen die Martinskirche, die Karlskirche und das Fulda-Ufer.

Kassel - Wenn man die Bilder vor und nach dem Zweiten Weltkrieg im Vergleich sieht, dann wird der Grad der Zerstörung Kassels deutlich.

Im Umfeld der Martinskirche zum Beispiel. Deren Doppeltürme dienten in der Bombennacht vom 22. Oktober 1943 als Zielmarkierung für die britische Bomberflotte. Kein Wunder, dass von der Altstadt drumherum nach dem Feuersturm kaum etwas übrig geblieben ist.

Fulda-Ufer rund um das Rondell vor dem Krieg.
Vor der Bombennacht: So sah das Fulda-Ufer rund um das Rondell bis zum Krieg aus. Hinten links ist das frühere Regierungsgebäude zu sehen. © Nachlass von Arwed Kaess

Kassel: Martinskirche brannte aus, Türme wurden zerstört

Die Stümpfe der Türme, ein ausgebranntes Kirchenschiff und drumherum nichts mehr außer eine Halde aus Trümmerschutt. Diese Fotos hat uns die Kasseler Zahnärztin Binja Rassner zur Verfügung gestellt. Ihr Opa Arwed Kaess, der 1903 geboren wurde, hat die Aufnahmen gemacht.

Martinskirche im Zentrum der Kasseler Altstadt.
Blick auf die Martinskirche: Sie war das Zentrum der Kasseler Altstadt. © Nachlass von Arwed Kaess
Die Martinskirche kurz nach dem Krieg.
Ausgebranntes Kirchenschiff und Türme ohne Spitzen: die Martinskirche kurz nach dem Krieg. © Nachlass von Arwed Kaess

Zusammen mit seinem Freund, dem Schreiner Johannes Heicken, war auf vielen Streifzügen zu Fuß durch seine Heimatstadt unterwegs. Vor der Bombennacht und nach Kriegsende haben die beiden nach Motiven gesucht und sie mit einigen Jahren dazwischen aus der gleichen Perspektive fotografiert. Nach dem Tod von Arwed Kaess blieben die Aufnahmen im Familienbesitz. Die HNA veröffentlicht sie zum ersten Mal.

Kassel: Kirchen wurden nach Zerstörung saniert

Zu der Fotoreihe gehören unter anderem Bilder der Karlskirche. Ähnlich wie die Martinskirche wurde auch dieses historische Gebäude im Krieg schwer beschädigt. Bei der Aufnahme vor 1943 sieht man noch, wie harmonisch die Karlskirche in die umliegende Bebauung eingefasst war. Auch wenn sich einiges geändert hat: Beide Kirchen präsentieren sich heute frisch saniert in einem guten Zustand.

Die intakte Karlskirche
Blick auf die Karlskirche vor der Zerstörung: Damals war auch die Bebauung in der Nachbarschaft noch intakt. © Nachlass von Arwed Kaess
 Ruine der Karlskirche
Nach der Bombennacht: Vor der Ruine der Karlskirche lagen Schienen für den Abtransport von Schutt. © Nachlass von Arwed Kaess

Stadtschloss Kassel: Erst beschädigt, dann abgerissen

Das gilt auch für das ehemalige Fundusgebäude am Fulda-Ufer. Direkt neben dem Rondell, das ebenfalls erhalten blieb, beherbergt der sanierte Fundus heute ein Zahntechniklabor. Der Renthof daneben ist ebenso wie die Alte Brüderkirche ein Zeugnis der Kasseler Geschichte bis ins Mittelalter. Ein Gebäude, das auf beiden Fotos zu sehen ist, gibt es heute allerdings nicht mehr.

Oberhalb vom Rondell befand sich früher das Stadtschloss und danach das mächtige Regierungsgebäude. Das wurde im Krieg stark beschädigt und später abgerissen. An gleicher Stelle befindet sich heute das Verwaltungsgebäude des Regierungspräsidiums. Das hat seit einigen Jahren als Adresse, die Erinnerung an die frühere Bebauung: Am alten Stadtschloss 1. (Thomas Siemon)

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