EU erlaubt Riesen-Batterien mit doppelt so starker Wirkung

Vorsicht: Feuerwerk wird noch explosiver

Kassel. Das Silvester-Schauspiel am Himmel könnte dieses Jahr spektakulärer ausfallen als bisher: Im Handel sind jetzt Feuerwerkskörper mit mehr als doppelt so viel Explosiv-Masse erhältlich wie bisher. Erlaubt sind bis zu 500 Gramm anstatt der früher zulässigen 200 Gramm.

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Hintergrund ist eine Anpassung der deutschen Richtlinien an EU-Recht, die bereits vor zwei Jahren beschlossen wurde. Die neuen Artikel kommen aber erst zum bevorstehenden Jahreswechsel bei den Verbrauchern an, weil sie erst von der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) freigegeben werden mussten.

Bei sachgerechtem Umgang seien die Riesen-Batterien trotz der höheren Explosivstoffmasse nicht gefährlicher, sagt Volker Döhring, technischer Aufsichtsbeamter beim Regierungspräsidium (RP) Kassel. Die erhöhte Satzmasse wirke sich vor allem in einer längeren Brenndauer und größeren Effekten aus. „Es hat etwas von Profi-Feuerwerk.“

Woran es an Silvester aber häufig mangele, sei der fachmännische Umgang mit den Batterien und Raketen, gibt die Kasseler Feuerwehr zu bedenken. Gerade unter Alkoholeinfluss würden die Benutzer leichtsinnig. Angesichts der höheren Explosivstoffmasse könnten die Folgen von Unfällen größer sein als bisher, befürchtet Uwe Kößler, Einsatzleiter und Mitarbeiter im Vorbeugenden Brandschutz der Feuerwehr. „Die Wirkung ist auch größer, wenn man es abkriegt.“ Kößler appelliert an die Feiernden, sich genau an die Bedienungsanleitung für das Feuerwerk zu halten.

Um sicherzugehen, dass es sich um ausreichend geprüfte Artikel handelt, sollten die Verbraucher auch auf die Kennzeichnung des Feuerwerks achten, sagt Volker Döhring vom RP. Die neuen Produkte müssen neben dem CE-Zeichen vor allem auch die Identifikationsnummer der deutschen Prüfanstalt BAM tragen. Die bisherige reine BAM-Kennzeichnung sei bis 2017 noch parallel zulässig.

Von Katja Rudolph

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