Asphalt wird aufgesprengt

Autofahrer aufgepasst: Nach dem Frost tun sich in den Straßen in Kassel Löcher auf

Schlagloch auf der Korbacher Straße / Ecke Brüder-Grimm-Straße
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Arg lädiert: Nach dem Tauwetter haben sich – wie hier auf der Korbacher Straße / Ecke Brüder-Grimm-Straße – Löcher in den Straßen aufgetan.

In Kassel tun sich an vielen Stellen in den Straßen Löcher auf. Mitarbeiter des Bauhofs sind daher nun mit Ausbesserungsarbeiten beschäftigt – dabei sind die meisten Schäden noch gar nicht sichtbar.

Kassel – „Wir gehen von einem nicht unerheblichen Schadensereignis aus“, teilt die Stadt auf Anfrage mit. Da die meisten Anliegerstraßen aber noch mit Schnee bedeckt seien, könne man sich noch kein genaues Bild machen. Derzeit werden daher zunächst die geräumten Hauptstraßen ausgebessert. Dafür sind die Bauhof-Mitarbeiter in fünf Unterhaltungskolonnen im Einsatz.

Aktuell können sie die betroffenen Stellen nur mit einem sogenannten Wintermischgut flicken, da die Asphaltwerke derzeit nicht arbeiten. Dieses Wintermischgut hat laut Stadt aber gute Eigenschaften bei der der Verarbeitung und seiner Dauerhaftigkeit. Nur wenn im Laufe des Jahres Probleme an den geflickten Stellen auftauchen, werden diese mit Heißasphalt saniert.

Zwar gibt es zum Alter der Straßen in Kassel keine detaillierten Erhebungen, der überwiegende Teil der Straßen stammt aber aus den 1960er- und 1970er-Jahren. Und da liegt bei strengem Frost der Knackpunkt: Denn vor allem alte Straßen sind anfällig für Frostschäden. Diese entstehen, wenn Wasser in Poren und Risse in den Asphaltschichten eindringt und gefriert. Durch den entstehenden Druck durch die Ausdehnung des Eises wird das Gefüge der Asphaltschichten aufgesprengt. Das dann gelockerte Material wird durch den Verkehr verteilt, ein Schlagloch entsteht. „Bei alten Straßen wird der Asphalt im Laufe der Jahre spröde“, erklärt der Stadtsprecher. Dadurch öffne sich der Asphalt und Wasser könne leichter eintreten.

Um durch Frost verursachte Schäden zu vermeiden, hilft es also nur, die Straßen grundzuerneuern. Laut dem Straßenzustandsbericht 2018 sind 21 Prozent aller Straßen in Kassel in einem „baulich stark eingeschränkten Zustand“. Dort sind also größere Unterhaltungsarbeiten notwendig. Ihr Anteil geht allerdings zurück: 2006 lag er noch bei 25 Prozent, 2014 bei 24 Prozent. „Wir haben in den letzten Jahren 2 bis 2,5 Millionen Euro in die allgemeine Straßenunterhaltung investiert“, so der Sprecher der Stadt. Der Anteil wegen Frostschäden sei dabei vergleichsweise gering gewesen, da es in den letzten beiden Wintern kaum Schäden durch Frost gegeben habe.

In den Ausbau und die Grunderneuerung alter Straßen sind nach Angaben der Stadt zuletzt durchschnittlich 20 Millionen Euro jährlich investiert worden. Mit Blick auf Straßen, bei denen dringend was passieren muss, gibt es laut Stadt eine Prioritätenliste mit einer Vielzahl von Straßen, die unter diesen Gesichtspunkten ausgebaut werden müssen. Dazu zählen zum Beispiel die Königinhofstraße und die Kasseler Straße. „Beide genannten Straßen befinden sich in der Vorbereitung zum Ausbau“, so der Stadtsprecher. Der Ausbau der Königinhofstraße beginne in diesem Frühjahr, die Arbeiten an der Kasseler Straße seien für nächstes Jahr geplant.

Auch Schäden auf den Autobahnen

Auf den Autobahnen A 7, A 49 und A 44 bei Kassel gibt es laut Autobahn GmbH aktuell 30 witterungsbedingte Fahrbahnschäden. Die ersten wurden bereits provisorisch mit Reparaturasphalt ausgebessert. In Bereichen, in denen der Reparaturasphalt nicht ausreichend ist, wird Gussasphalt eingebaut. Diese Methode sei aufwendiger, da Gussasphalt für den Einbau erhitzt werden müsse und der Einbau einen höheren Organisationsbedarf erfordere, so ein Sprecher. Dafür hält diese Reparatur deutlich länger. Sobald die Witterung es zulässt, sollen die Fahrbahnschäden dauerhaft saniert – meist durch Nachtbaustellen.

Hinweis: Wer einen Frostschaden melden will, kann dies über das Servicecenter der Stadt Kassel unter der Nummer 0561-115 tun. (Marie Klement)

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