Steuererklärungen für Freunde gefälscht

Vorwurf Bestechlichkeit: Kasseler Finanzbeamter in U-Haft

Kassel. Ein Finanzbeamter aus Kassel ist am Dienstag wegen des Verdachts der Bestechlichkeit sowie Steuerhinterziehung festgenommen worden. Der Mann sitzt in der Justizvollzugsanstalt Kassel I in Untersuchungshaft. Er soll Steuererklärungen von Bekannten manipuliert und daran verdient haben.

Das bestätigte Dr. Götz Wied, Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel, am Donnerstag auf Anfrage.

Es bestehe der Verdacht, dass der Beschuldigte, der im Finanzamt Kassel I am Altmarkt gearbeitet hat, in mehreren Fällen Steuererklärungen fälschte (zum Beispiel durch den unberechtigten Ansatz steuermindernder Belastungen), um so für die jeweiligen Steuerpflichtigen die Steuerlast zu senken und eine ungerechtfertigte Rückerstattung zu erreichen. Hierfür soll er sich „entlohnt“ haben lassen, weshalb der Verdacht der Bestechlichkeit bestehe, sagt Wied. Das Verfahren sei aufgrund eines anonymen Hinweises ins Rollen gekommen.

Am Dienstag dieser Woche seien mehrere Wohnungen in Kassel durchsucht worden, darunter auch jene von Personen, deren Steuererklärungen mutmaßlich von dem Beschuldigten manipuliert worden seien. Dem Vernehmen nach sollen mehrere Durchsuchungen in Nordshausen stattgefunden haben. Gegen die Betroffenen werde gesondert wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ermittelt.

Nach Informationen der HNA soll der 45-Jährige in seiner Freizeit Steuererklärungen von Bekannten gemacht und getürkt haben. Diese Erklärungen soll er im Finanzamt dann selbst bearbeitet haben. In der Folge bekamen seine Bekannten eine größere Rückerstattung als ihnen zustand. Einen Teil dieses Geldes soll der Finanzbeamte dann in die eigene Tasche gesteckt haben.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in Zusammenarbeit mit der Kripo und Steuerfahndung dauern an. Über die Schadenshöhe und Anzahl der Fälle könne man noch keine Angaben machen.

Rubriklistenbild: © dpa

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