Stadt soll Konzept für neues ökologisches Baugebiet entwickeln

Vorzeigesiedlung: Bauen im Einklang mit dem Klima

kassel. Nachdem das ökologische Baugebiet auf dem ehemaligen Gelände der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Oberzwehren gescheitert ist, soll die Stadt einen anderen Standort für das Vorhaben mit einem neuen Konzept ausweisen. Dafür hat sich der Ausschuss für Umwelt und Energie nun mit großer Mehrheit ausgesprochen.

Das ökologische Baugebiet soll beispielhaft für klimagerechtes Bauen im Einklang mit der Natur sein. Kassel brauche ein solches Vorzeigeprojekt, um seine führende Stellung bei der Solartechnologie stärker zu dokumentieren, sagte Stadtbaurat Dr. Joachim Lohse (parteilos). Ein ökologisches Baugebiet sei auch aus Gründen der Nachhaltigkeit geboten.

Dass eine derartige Vorzeigesiedlung kommen soll, darin waren sich die Fraktionen weitgehend einig. Allerdings gab es unterschiedliche Vorstellungen im Detail. Die CDU, die sich am Ende dem gemeinsamen Vorstoß von SPD und Grünen anschloss, wollte alle Planungen daraufhin abgeklopft sehen, ob sie für das begrenzte Budget junger Familien geeignet sind. Stefan Kortmann begründete dies damit, dass es aus diesem Kreis eine hohe Nachfrage nach Eigenheimen gebe.

Norbert Domes (Kasseler Linke) sprach sich gegen ein neues Baugebiet aus. Es sei eine weitaus größere Herausforderung sowie ökologisch und finanziell sinnvoller, eine derartige Ökosiedlung im Bestand zu verwirklichen. Damit konnte er sich aber nicht durchsetzen.

Bei Neubau geht’s leichter

Die Stadt habe bis auf die Wohnungen der GWG nicht die großen Immobilienbestände, sagte Stadtbaurat Lohse. Eva Koch (Grüne) wies darauf hin, dass man bei privaten Eigentümern kaum Möglichkeiten habe, direkt Einfluss auf den Bestand zu nehmen. Dies sei bei einem Neubaugebiet anders. „Und da geht noch eine ganze Menge mehr gegenüber den Mindestanforderungen.“ Ökologisches Bauen bedeute auch nicht unbedingt Mehrkosten.

Harry Völler (SPD) zeigte sich überzeugt, dass die Nachfrage gegeben ist. Er verwies auf die Vorbildfunktion. Dass es machbar sei, mit hohen ökologischen Standards zu bauen, habe die Stadt mit dem ersten Niedrigenergiehaus im sozialen Wohnungsbau auf der Marbachshöhe bewiesen.

Am Ende einigte man sich darauf, dass wirtschaftliche Gesichtspunkte bei der Entwicklung des Konzept für das ökologische Baugebiet auch eine Rolle spielen sollen. (els)

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