Zu Gast in Finnland

VW-Azubi Tim Sandrock war für ein Berufspraktikum in Finnland - Das sind die Unterschiede

Nordlichter und schnelleres Netz: VW-Azubi Tim Sandrock war über das europäische Erasmus-Plus-Programm in Finnland. Wir sprachen mit ihm über die Zeit im Ausland.

Wenn Tim Sandrock an Finnland zurückdenkt, dann fallen ihm zunächst mal die Erlebnisse in der Natur ein. „Ich habe die Polarlichter gesehen“, sagt er etwa. Und: „Es gibt gute Luft und viel Wald in den Städten. Zum Supermarkt sind wir nicht mit dem Auto gefahren, sondern zu Fuß durch den Wald gelaufen.“

Der Auszubildende aus dem VW-Werk Kassel in Baunatal schwärmt von seinem Aufenthalt in Rovaniemi. Dort war der 20-Jährige im Rahmen des europäischen Erasmus-Plus-Programms, organisiert von Volkswagen und der Kasseler Oskar-von-Miller-Schule.

VW-Azubi war für ein Berufspraktikum in Finnland

Tim Sandrock beschreibt aber nicht nur das waldreichste Land Europas, den Schnee, die Kälte und den Besuch im nahegelegenen „Dorf des Weihnachtsmannes“, er ist gleichermaßen positiv infiziert von der Selbstständigkeit, die er mit dem Praktikum in Skandinavien erlangt hat. 

Es wurde zwar alles über das Austauschprogramm bezahlt, die Flugreise und eine Unterkunft musste der angehende IT-Systemelektroniker aus Calden aber selbst organisieren. „Auf dem Flughafen zurechtfinden, das kannte ich bisher nur von Urlaubsreisen mit meinen Eltern.“

Beruflich untergebracht war Sandrock in der finnischen IT-Firma „Solinum Oy“. Dort habe er Aufgaben bekommen, zum Beispiel die Installation von elektronischen Elementen auf einem Mikrocomputer. Mit einem weiteren Auszubildenden aus Kassel habe er genau das anwenden können, „was wir gerade in der Schule gelernt hatten“.

50 bis 70 Jugendliche schickt Carsten Hennig, Koordinator für Schüleraustausche der Berufsschule, jedes Jahr ins Ausland – nach Finnland, Schweden, Italien und Kroatien beispielsweise. „Es geht um die Förderung des europäischen Gedankens“, betont Hennig. „Und es geht um maximale Selbstständigkeit.“

Das Berufspraktikum hilft dabei, über den Tellerrand zu blicken

Seine Kollegen an der Schule bestätigten, dass das Praktikum im Ausland bei den Schülern etwas verändert. Das unterstreicht auch VW-Ausbildungsleiter Jens Dembowski. Ganz wichtig sei der Punkt, sich den Aufenthalt selbst zu organisieren, sagt er. Außerdem werde das Sprechen auf Englisch gefördert. „Wir bei Volkswagen haben schließlich als Zweitsprache Englisch.“

Zurück zu Finnland: Dort sei man im Bereich IT gegenüber Deutschland weit vorn, sagt der Auszubildende. „Hier sind die Internetverbindungen ziemlich schlecht. Dort gibt es gutes und schnelleres Internet.“

Tim Sandrock will weiter über den Tellerrand hinausschauen, wie er sagt. Möglicherweise könne er noch während der Ausbildung nach Lissabon gehen. Finnland habe ihm sehr viel Spaß gemacht. „Das kann ich jedem nur empfehlen.“

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