Betroffen sind Autos von VW, Audi, Seat und Skoda

55 Dieselautos in Stadt und Kreis Kassel droht die Stilllegung

Kassel. In der Stadt und im Kreis Kassel sollen derzeit 55 manipulierte Diesel-Autos unterwegs sein. Diesen Fahrzeugen droht nun die Stilllegung.

55 Diesel-Autos aus dem VW-Konzern mit unzulässigen Abschalteinrichtungen sollen in Stadt und Kreis Kassel unterwegs sein. In zwei Fällen seien bereits die „zwangsweise Außerbetriebsetzung“ eingeleitet, aber noch nicht vollzogen. Das sagte Michael Schwab, Sprecher der Stadt Kassel, auf HNA-Anfrage. Im Bereich der gemeinsamen Zulassungsbehörde von Stadt und Kreis Kassel läuft derzeit die Anhörung der Fahrzeughalter, erklärte Schwab. 

Betroffen sind Autos von VW, Audi, Seat und Skoda mit Motoren des sogenannten Typs EA 189. Die Fahrzeuge stoßen im Normalbetrieb zu viel Stickoxyd aus. Deshalb entsprechen die Motoren nicht mehr den Typgenehmigungen, die die Europäische Union erlassen hat.

Wenn Halter nicht reagierten oder die notwendige Beseitigung der Mängel nicht nachweisen könnten, erfolge die formelle Betriebsuntersagung für das betreffende Fahrzeug, sagte Schwab. Dieses Vorgehen hat das Bundesverkehrsministerium festgelegt. Nach Angaben des Stadt-Sprechers hatten die Halter zwei Wochen Zeit, die Beseitigung der Mängel nachzuweisen.

In zwei Fällen haben Halter Rechtsmittel gegen die Bescheide der Betriebsuntersagung eingelegt. Damit wurde laut Schwab das Verfahren vorläufig unterbrochen. In einigen Fällen konnte das Software-Update, das die Hersteller kostenlos anbieten, nicht aufgespielt werden, weil Beweissicherungsverfahren laufen. Die Halter klagen gegen den VW-Konzern.

Ob die Zulassungsstelle von Stadt und Kreis noch weitere Betriebsuntersagungen aussprechen muss, stehe noch nicht fest, sagte Schwab. Legen die Halter nach der Betriebsuntersagung die Kennzeichen nicht zur Entstempelung bei der Zulassungsbehörde vor, wird der Außendienst der Behörde tätig. Dessen Mitarbeiter werden dann mit der zwangsweisen Außerbetriebssetzung und Entstempelung beauftragt.

Zur Nachrüstung aufgefordert

Im Zuge des Dieselskandals hatte das Kraftfahrtbundesamt in Flensburg im Jahr 2015 festgestellt, dass verschiedene Fahrzeugtypen von VW, Audi, Seat und Skoda nicht den Typgenehmigungen der Europäischen Gemeinschaft entsprachen. Betroffen waren Autos mit dem Motortyp EA 189. 

Die Fahrzeughalter wurden zur Nachrüstung aufgefordert, erklärte Michael Schwab, Sprecher der Stadt Kassel. Bei diesen Autos muss ein Software-Update aus dem VW-Konzern aufgespielt werden. Um die Fahrzeuge, für die die Nachrüstung nicht vorgenommen wurde, kümmern sich jetzt die Zulassungsbehörden. 

Sie haben die Halter nochmals zum Software-Update aufgefordert, sagte Schwab. Bei weiterer Weigerung droht ihnen die Betriebsuntersagung und anschließend die zwangsweise Außerbetriebsetzung des Autos. 

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Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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