Ehemaliger Getriebe-Chef starb mit 61 Jahren

VW-Ingenieur Jürgen Tischler tot

Verantwortlich für viele Getriebefamilien: Jürgen Tischler Foto: M. Wewetzer

Kassel. Nach langer schwerer Krankheit starb am Freitag Jürgen Tischler im Alter von 61 Jahren. Tischler leitete seit 2002 den Getriebebau im VW-Werk Kassel in Baunatal. Seit 1995 war er für etliche Getriebefamilien verantwortlich: vom Automatik- bis zum Doppelkupplungsgetriebe (DSG).

„Ich habe mein Ziel erreicht“, sagte er, als er im Sommer 2010 in den Ruhestand wechselte. „Ich wollte immer ein guter Ingenieur werden.“ 37 Jahre arbeitete er bei VW.

Tischler besuchte die Gerhart-Hauptmann-Schule in Kassel, ließ sich zum Universalfräser bei VW ausbilden. Anschließend leistete er den Wehrdienst beim Bundesgrenzschutz, machte sein Fachabitur und studierte Maschinenbau an der Ingenieur-schule Kassel. Es folgten drei Jahre als Ingenieur bei der Demag. 1978 kehrte er zu VW zurück – als Konstrukteur, Fertigungsplaner und Unterabteilungsleiter.

Als er in den Ruhestand ging, wusste er bereits von seiner Krankheit. Fortan wollte er nur noch Großvater sein. Tischler hinterlässt seine Frau Irene, zwei erwachsene Söhne und vier Enkel. Lange Zeit lebte er in Gudensberg, nach Kassel war er erst vor gut einem Jahr gezogen.

Tischler ist in der Region nicht nur als Getriebe-Chef von VW bekannt: Er war Mitglied im Lions-Club, fuhr gern mit seiner Harley-Davidson durch Nordhessen, war Vorsitzender im Angelverein, kam aber aus Zeitmangel kaum zum Fischen. Den Kassel Huskies hielt er lange die Treue, und für die Spiele der Eishockey-Nationalmannschaft reiste er zu den Olympischen Spielen nach Vancouver.

Vielen wird Tischler in Erinnerung bleiben, weil er sich so spitzbübisch über Kleinigkeiten freuen konnte – etwa darüber, dass er als VW-GetriebeChef im Werk ein Elektrocaddy hatte, um von Halle zu Halle zu eilen. Dabei wanderte er privat gern. Doch nicht von Halle zu Halle hetzen zu müssen, das war ein Privileg für ihn.

Die Trauerfeier beginnt am Freitag, 23.3., um 15.30 Uhr auf dem Kasseler Westfriedhof.

Von Martina Wewetzer

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