Kasseler Institut stellt vor

Neuheit: Wachs liefert Wärme für Bodenplatte

Kassel. Am Wochenende stellt das Kasseler Institut für Umweltenergie (ifu) auf der 1. Kasseler Bau- und Immobilienmesse eine Neuheit vor: Eine Bodenplatte, der winzige Kunststoffkügelchen mit Wachskern beigemischt werden.

Steigt die Temperatur der Bodenplatte, schmilzt das Wachs und nimmt dabei Wärme auf. Sinkt die Temperatur, erstarrt es und gibt die Wärme wieder ab. Mit diesem sogenannten Latentwärmespeicher lässt sich die Energiemenge im Fundament laut ifu-Fachberater Norbert Orth um etwa ein Drittel auf 130 Kilowattstunden erhöhen. Eine Menge, die ausreicht, um ein normales Einfamilienhaus zehn Tage lang zu beheizen.

Norbert Orth

Im Gipskarton oder in Belüftungsanlagen steckt das Wundermaterial des Chemieriesen BASF schon lange. Nun wollen die Kasseler dem Stoff auch in der Bodenplatte zum Durchbruch verhelfen. Laut Orth ist er unkaputtbar. In Laborversuchen sei nachgewiesen worden, dass das Material seine Eigenschaften mindestens 50 Jahre im vollen Umfang hält.

Gegenüber der bisherigen Speicherbodenplatte soll die neuartige etwa 10.000 Euro mehr kosten. Die hat der Bauherr zwar erst nach Jahrzehnten wieder raus, aber wichtiger ist, dass er unabhängiger von Gas oder Öl wird.

Die Bodenplatte, über die normalerweise viel Energie ins Erdreich abfließt, zu isolieren, funktioniert im Zusammenspiel mit einer ausgeklügelten Heiztechnik. Eine Solaranlage erzeugt im Normalfall den Strom für eine Wärmepumpe. Wird zu viel Wärme erzeugt, wird die Bodenplatte aufgeheizt. Streikt die Sonne und die Wärmepumpe muss stehen, heizt die Bodenplatte das optimal isolierte Haus. Sollte sich die Sonne im Winter über einen längeren Zeitraum nicht blicken lassen, zieht die Wärmepumpe Strom aus dem Netz. Eine intelligente Regeltechnik, die mit meteorologischen Daten gefüttert wird und somit die Wetterlage der nächsten 72 Stunden kennt, koordiniert das Zusammenspiel aller Komponenten und teilt die Energie entsprechend ein.

Nach Angaben Orths sind die Häuser in ifu-Bauweise nicht teurer als herkömmliche, sondern aufgrund eines geringeren technischen Aufwands sowie einer mittlerweile preisgünstigen Hochleistungselektronik sogar 10.000 bis 20.000 Euro günstiger.

Die von der Stadt, dem Regionalmanagement, dem deENet-Netzwerk (dezentrale Energien) und der HNA veranstaltete Messe findet am 21. und 22. Februar im Kongress Palais statt und ist an beiden Tagen von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet fünf Euro. Das ifu präsentiert sich auf dem Stand des Solartechnik-Installateurs Stiens im Foyer.

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