Rund 20 Millionen Euro werden in das Rote Kreuz Krankenhaus investiert

Wachsen auf engem Raum

Anbau an das Bettenhaus: Hier, an der Bergmannstraße, wird auch die neue Liegend-Krankenanfahrt gebaut. Im Gebäude dahinter werden die neue Intensivstation und in der aufgestockten vierten Etage die Palliativabteilung untergebracht. Foto:  Malmus

Kassel. Unter großen Kränen im Kasseler Westen wächst das Rote Kreuz Krankenhaus. Ungefähr 20 Millionen Euro werden hier bis April nächsten Jahres investiert. Dann wird das Notfallkrankenhaus an der Hansteinstraße in Wehlheiden unter anderem eine neue und erweiterte Intensivstation, eine neue Liegend-Krankenanfahrt und die zweitgrößte Palliativstation in Hessen haben.

Der Aus- und Umbau ist nötig, weil das Krankenhaus seit dem Jahr 2003 beträchtlich gewachsen ist (siehe Hintergrund). Die dramatischen Veränderungen im Gesundheitsmarkt hätten Strukturanpassungen und vor allem eine Spezialisierung erfordert, begründet Geschäftsführer Michael Gribner diese Schritte. So habe das Krankenhaus seine Leistungskapazität innerhalb kurzer Zeit um rund 20 Prozent hochgefahren und in den vergangenen zwei Jahren 55 neue Arbeitsplätze geschaffen. Diese Veränderungen und die damit einhergehenden wachsenden Bedarfe aber bräuchten Platz und Raum.

Einen großen Bedarf gibt es zum Beispiel im Bereich der palliativen Versorgung schwerkranker Patienten. So soll Ende dieses Jahres eine eigene 15 Betten umfassende Station zur palliativen Betreuung fertig sein (bisher gab es nur drei bis vier Betten). Dafür wurde das Bettenhaus um ein weiteres, viertes Geschoss aufgestockt. Direkt angegliedert sind die Palliativ-Akademie und die spezialisierte ambulante Palliativversorgung.

Weil das Rote Kreuz Krankenhaus das Notfallkrankenhaus für den Kasseler Westen ist und als solches ein großes Einzugsgebiet hat, wird auch in die Notfallversorgung investiert. Die bislang beengte Intensivstation mit nur sieben Behandlungsplätzen zieht in die ehemaligen Räume der hauseigenen Apotheke um und wird ab April 2012 über elf Intensiv- und zehn Betten für die Intensivüberwachungspflege (Intermediate Care) verfügen.

In unmittelbarer Nähe wird derzeit in einem Anbau an das Bettenhaus an der Bergmannstraße die neue Liegend-Krankenanfahrt errichtet. Der dort angesiedelte neue Schockraum wird direkt an die radiologische Abteilung angeschlossen. Auch diese wird wegen des gestiegenen Patientenaufkommens erweitert.

Zudem werde der Dachlandeplatz für den Rettungshubschrauber an die neuen aktuellen Vorschriften, insbesondere die Sicherheitsbestimmungen, angepasst. Und auch die extrem beengte Unterkunft für die Besatzung des Rettungshubschraubers wird modernisiert. „Mehr geht im Moment leider nicht“, bedauert Gribner die nach wie vor beengten Verhältnisse an diesem Standort. „Es braucht noch grundsätzliche Veränderungen“, sagt er mit Blick in die Zukunft.

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Von Martina Heise-Thonicke

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