Wettbewerb für Umgestaltung ist entschieden

Wächst auf dem Brüder-Grimm-Platz in Kassel bald ein Wald?

Entwurf Brüder-Grimm-Platz in Kassel
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Märchenwald am Grimm-Platz: Diese Zeichnung (Blickrichtung Landesmuseum) stammt aus dem Entwurf der Landschaftsarchitekten Club L94 aus Köln.

Möglicherweise wächst vor dem Hessischen Landesmuseum demnächst ein Märchenwald. Die Idee ist Teil eines preisgekrönten Wettbewerbsbeitrags zur Umgestaltung des Brüder-Grimm-Platzes.

Kassel – Dieser macht bislang wenig her, hat nach Einschätzung von Fachleuten aber großes Potenzial. Auch deshalb hat die Stadt Kassel einen Wettbewerb ausgelobt, an dem sich Planungsbüros aus der ganzen Republik beteiligt haben.

Die Jury unter Vorsitz der Kölner Stadtplanerin Prof. Christl Drey fand zwei Beiträge so überzeugend, dass sie den ersten Preis gleich doppelt vergeben hat. Jetzt beginnt die Feinabstimmung, in drei bis dreieinhalb Jahren soll der Platz umgebaut und deutlich aufgewertet sein.

Dafür sorgt auch eine Finanzspritze des Bundes, der das Projekt mit 6,5 Millionen Euro fördert. Voraussetzung dafür war, dass die Welterbestadt Kassel in einen kleinen Kreis von besonders förderungswürdigen Kommunen aufgestiegen ist. Der Brüder-Grimm-Platz reiht sich damit in die bereits umgesetzte Aufwertung der Wilhelmshöher Allee als grünes Band zwischen Stadt und Bergpark ein. Insgesamt stehen 9,75 Millionen Euro für die Umgestaltung zur Verfügung. Die Stadt Kassel beteiligt sich mit 3,25 Millionen Euro.

Blick vom Turm des Hessischen Landesmuseums: Unser Archivbild zeigt den Brüder-Grimm-Platz, der für 9,75 Millionen Euro umgebaut und aufgewertet werden soll.

„Hier ist die Nahtstelle zur Innenstadt“, sagte Stadtbaurat Christof Nolda bei der Präsentation der ausgezeichneten Wettbewerbsbeiträge im Hessischen Landesmuseum. Und nicht nur das. Vom Brüder-Grimm-Platz kann man auch kulturelle Attraktionen wie die Grimmwelt, die Murhardsche Bibliothek und die Neue Galerie zu Fuß erreichen. Deshalb soll mit dem Umbau auch eine neue Straßenbahnhaltestelle geschaffen werden. Nicht auf dem Platz, aber kurz davor.

Bei den beiden Preisträgern handelt es sich um das Berliner Büro „bbzl böhm benfer zahiri“, das mit dem Büro Isaplan aus Leverkusen zusammenarbeitet sowie um das Kölner Büro Club L94 in Zusammenarbeit mit dem Büro Röver aus Gütersloh. Beide orientieren sich an historischen Vorgaben, wollen die aber für die Gegenwart weiterentwickeln. In erster Linie geht es um mehr Aufenthaltsqualität auf einem Platz, der heute von der Nutzung für den Autoverkehr und durch die Straßenbahn geprägt ist. Dafür soll deutlich mehr Grün als bisher in Verbindung mit einer ausgedehnten Fußgängerzone geschaffen werden.

So sah der Platz um 1820 einmal aus: Der Brüder-Grimm-Platz hieß damals noch Wilhelmshöher Platz. Im Hintergrund ist der Herkules zu sehen.

Ob dabei eine fünfeckige oder eine runde Gestaltung herauskommt, ob ein Teil des Platzes zum Märchenwald wird oder zu einer Wiese mit Bäumen, das steht noch nicht fest. Man werde das gemeinsam erarbeiten, kündigte Baurat Nolda an.

Kulturdezernentin Susanne Völker freut sich jedenfalls zusammen mit Prof. Martin Eberle (Museumslandschaft Hessen Kassel) darauf, dass auf jeden Fall der Museumsstandort Kassel aufgewertet wird. Alle Entwürfe – auch die von Schülerinnen des Engelsburg Gymnasiums – sind im Erdgeschoss des Landesmuseums zu sehen. Man kann sie sich ohne Eintritt ab sofort ansehen. (Thomas Siemon)

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