Umsatz der Drogeriekette stieg in Nordhessen besonders stark – Folge der Schlecker-Pleite

dm wächst in der Region

Kassel. Die Drogeriemarktkette dm hat ihren Umsatz im ersten Geschäftshalbjahr 2013 kräftig gesteigert, und zwar in Nordhessen und Südniedersachsen deutlich stärker als im Gesamtunternehmen.

Nach Angaben vom Dienstag haben die 16 regionalen dm-Märkte ihren Umsatz um 27,4 Prozent auf 28,6 Mio. Euro gesteigert. Bundesweit betrug der Zuwachs 16,2 Prozent, insgesamt setzte der Marktführer 2,87 Milliarden Euro um. Zum Gewinn macht dm grundsätzlich keine Angaben.

Die Entwicklung ist auch auf die Pleite des einstigen Hauptkonkurrenten Schlecker vor gut einem Jahr zurückzuführen. Bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen in Karlsruhe sagte dm-Chef Erich Harsch, etwa fünf Prozentpunkte vom Umsatzplus dürften auf die Schlecker-Insolvenz zurückzuführen sein. In Nordhessen und Südniedersachsen hatte dm seinerzeit etwa 20 bisherige Schlecker-Beschäftigte eingestellt. Zwei neue dm-Standorte – in Kassel und in Baunatal – kamen hinzu.

In der Region beschäftigt die Drogeriemarktkette an 16 Standorten aktuell 249 Mitarbeiter. Seit September 2012 seien 15 neue Arbeitsplätze entstanden, teilte dm auf Anfrage der HNA mit. Im Winter werde das Unternehmen voraussichtlich eine weitere Filiale in Korbach (Kreis Waldeck-Frankenberg) eröffnen. Derzeit im Umbau befinde sich der dm-Markt in Fritzlar; die Wiedereröffnung sei für Mitte Mai geplant.

Das Unternehmen ist neben Deutschland in elf weiteren europäischen Ländern aktiv und beschäftigt konzernweit 46 600 Menschen, davon 31 700 in Deutschland. Etwa 1000 ehemalige Schlecker-Mitarbeiter hatte dm nach dem Aus des Konkurrenten übernommen. dm-Chef Harsch sagte, erst im Sommer werde absehbar sein, ob der Schlecker-Effekt eine nachhaltige Aufwärtsentwicklung bei dm bewirke oder ob die Drogeriemarktkette davon nur eher kurzfristig profitieren konnte. Für das gesamte Geschäftsjahr hält Harsch unterm Strich ein Umsatzplus von acht Prozent für realistisch.

Europaweit ist dm mit 2800 Filialstandorten vertreten, davon gut 1400 in Deutschland. Somit ist die Drogeriemarktkette im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 111 Filialen gewachsen. Laut Harsch kamen 30 Standorte mehr als zunächst geplant hinzu – auch dies sei eine Folge vom Zusammenbruch des Schlecker-Imperiums gewesen.

Von Axel Schwarz

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.