Made in Kassel

Wärme & Leben GmbH baut innovative Nullenergiehäuser

Beheizt wird das Haus mittels einer Wärmepumpe, die die Wärme dem Erdreich, Grundwasser oder der Luft entzieht und über einen Wärmetauscher im Haus abgibt. Sie wird mit Strom betrieben, der in der eigenen Solaranlage gewonnen wird. Wände.

Dach und Fenster sind besonders isoliert, sodass keine Energie entweichen kann. Eine ausgeklügelte Steuerungstechnik sorgt dafür, dass alle Anlagen und Geräte optimal aufeinander abgestimmt werden – so funktionieren in der Regel Niedrigenergiehäuser.

Bei denen der Breitenbacher Wärme und Leben GmbH (W & L) kommt noch eine Besonderheit hinzu: Die zum Erdreich hin isolierte Bodenplatte aus Spezialbeton, Decken aus demselben Material, die im Sommer als Kühlung dienen, und Wände aus Kalkstein speichern die Wärme im Haus so gut, dass die Temperatur nach Angaben von W & L-Geschäftsführer Torsten Waskow selbst bei abgestellter Heizung auch bei strengem Frost tagelang nicht sinkt. Praktischer Nebeneffekt: Der Kalksandstein sorgt auch noch für ein gesundes Raumklima. Wollte man die Wärme für ein 150-Quadratmeter-Haus auf andere Weise speichern, bräuchte man einen 40 000-Liter-Wassertank. Das vom Institut für Umweltenergie seinerzeit in Kassel und Baunatal entwickelte „IQ++Energiespeicherhaus“ hat allerdings seinen Preis. „Gegenüber der herkömmlichen Bauweise kostet es zehn bis 20 Prozent mehr“, erklärt Waskow.

Torsten Waskow

Die habe der Bauherr nach einigen Jahren wieder drin, weil der Bedarf an zugekauftem Strom sowohl für Heizung und Warmwasserbereitung als auch für den Haushalt bei etwa 500 Euro liege. Eine jährliche Energiepreissteigerung von fünf Prozent unterstellt, kann der Bauherr in 20 Jahren 90 000 Euro und mehr einsparen.

Wer will, kann für die Solaranlage auch eine Speicherbatterie ordern, mit der der Eigenstrom statt zur Hälfte zu 70 bis 80 Prozent selbst genutzt werden kann, was die Unabhängigkeit noch weiter erhöht. Waskow empfiehlt, die Anlage zwar entsprechend zu konzipieren, die Batterie aber erst später einbauen zu lassen. Derzeit seien die Preise zu hoch. Er glaubt, dass sie in einigen Jahren stark sinken.

Gebaut wird laut Waskow stets mit Handwerksbetrieben aus der jeweiligen Region und ausschließlich mit Markenprodukten. W & L fungiert lediglich als Baudienstleister und Generalunternehmer, der das Projekt von der Planung bis zur Übergabe abwickelt.

Sechs IQ++–Häuser stehen vor der Fertigstellung. In Körle im Schwalm-Eder-Kreis gibt es ein bewohntes Musterhaus, das nach Absprache besichtigt werden kann. W & L beschäftigt zehn Mitarbeiter. Das Unternehmen will in den kommenden Jahren stark wachsen. Bundesweit gibt es eine Reihe von Vertriebspartnern, das Netz soll weiter ausgebaut werden.

Von José Pinto

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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