Parteilinker Armin Ruda unterlag nur knapp

Wahl entzweite Kasseler SPD: Nun wollen alle Patrick Hartmann unterstützen

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Gratulationen: Patrick Hartmann mit seiner Ehefrau Diana nach seiner Wahl zum Kasseler Direktkandidaten.

Kassel. Der langjährige Kasseler SPD-Landtagsabgeordnete Uwe Frankenberger hat seine Genossen vor eine Zerreißprobe gestellt.

Weil Frankenberger nach 20 Jahren im Landtag nächstes Jahr nicht mehr zur Wahl als Direktkandidat des Wahlkreises Kassel-West antreten will, kam es zum Duell.

Sowohl Patrick Hartmann (35) wie Armin Ruda (56) bewarben sich als Direktkandidaten. Am Freitagabend setzte sich Hartmann nur knapp gegen Ruda durch.

Auf der Wahlkreisdelegiertenkonferenz im Philipp-Scheidemann-Haus war es das beherrschende Thema: Würde der Parteilinke Ruda das Rennen machen oder Hartmann, der dem konservativen Flügel zugerechnet wird? Von den 151 Delegierten, die eine gültige Stimme abgaben, stimmten letztlich 78 für Hartmann und 73 für Ruda. Entsprechend groß war zunächst die Enttäuschung der Ruda-Unterstützer. „Es hing nur an drei Delegierten“, kommentierte ein Teilnehmer das Ergebnis.

Ruda war aber schließlich einer der ersten Gratulanten. Auch viele andere im Saal versicherten, dass sie nun mit ganzer Kraft Patrick Hartmann unterstützen werden. Das Ziel sei es schließlich, Schwarz-Grün in Wiesbaden abzulösen

„Es war eine faire Auseinandersetzung, die zeigt, dass die Partei lebt“, sagte Hartmann nach der Wahl. Nun baue er auf den Zusammenhalt innerhalb der Partei. Seine Kernthemen zur Landtagswahl im Herbst 2018 seien der Ausbau der Kitas, Mobilität und Infrastruktur sowie bezahlbarer Wohnraum.

Nachdem das wichtigste Duell des Abends ausgetragen war, ließ die Spannung im Philipp-Scheidemann-Haus merklich nach. Der Landtagsabgeordnete Wolfgang Decker stellte sich ohne Mitbewerber als Direktkandidat für den Wahlkreis Kassel-Ost zur Wahl. Er erhielt 79 Prozent Ja-Stimmen und war damit zufrieden. „Wir sind eine Großstadtpartei mit unterschiedlichen Strömungen“, sagte der 62-Jährige. Er trete bei der Landtagswahl für die komplette fünfjährige Legislaturperiode an und habe nicht vor, vorzeitig auszuscheiden.

Als Ersatzkandidatin für Hartmann, falls dieser frühzeitig sein mögliches Landtagsmandat abgeben sollte, ging Teslihan Ayalp ins Rennen. Sie erhielt 82 Prozent Zustimmung.

Für den Wahlkreis Kassel-Ost hatten die Genossen die Wahl zwischen Stadträtin Esther Kalveram und der hessischen Juso-Vorsitzenden Natalia Franz. Mit 80 zu 64 Stimmen setzte sich Kalveram gegen die kämpferisch auftretende Franz durch.

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