Wahlen:Boeddinghaus fordert OB Hilgen heraus

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Boeddinghaus fordert OB Hilgen heraus

Kassel. „Kai Boeddinghaus will Oberbürgermeister von Kassel werden“ – diese Schlagzeile will Boeddinghaus so nicht stehen lassen. „Für uns ist das nicht der entscheidende Punkt“, sagt er.

Dabei sitzt der 51-Jährige genau aus diesem Grund am Mittwochmorgen neben Norbert Domes, dem Fraktionsvorsitzenden der Linken.ASG. Gemeinsam verkünden sie: Boeddinghaus wird bei der Oberbürgermeisterwahl 2011 Amtsinhaber Bertram Hilgen herausfordern.

Damit ist Boeddinghaus bisher allein auf weiter Flur, die anderen Parteien haben noch keine Kandidaten benannt. Seine Chancen? „Überschaubar“, sagt Boeddinghaus selbst. Für ihn ist der Weg das Ziel: „Einmischungskandidatur“ nennt er das.

Der Parteilose will den auf Personen zugespitzten Wahlkampf nutzen, um die Themen des Wahlbündnisses Linke.ASG öffentlich zu diskutieren. Das soll auch einen Schub für die Kommunalwahl 2011 bringen.

An Themen herrscht kein Mangel. Im Mittelpunkt steht dabei stets Boeddinghaus’ Auffassung von sozialer Gerechtigkeit: „Diese Stadt hat einen Oberbürgermeister verdient, der sich für ein Sozialticket stark macht“, sagt er. Weitere Stichworte: die Bäderpolitik der Stadt, bessere Förderung der Langzeitarbeitslosen, der Flughafen Kassel-Calden.

Gegenüber dem Amtsinhaber schlägt Boeddinghaus harte Töne an: „Hilgens Bilanz ist erschütternd.“ Seine Zielgruppe hat der 51-Jährige schon Blick: Neben Anhängern der Linken setzt er auf enttäuschte SPD- und Grünen-Wähler. Auch der ein oder andere Gewerbetreibende aus der Innenstadt werde dabei sein, wenn man die Folgen von Hilgens Innenstadtpolitik deutlich mache.

Ein guter Wahlkampf und ein gutes Ergebnis soll den Druck auf den Amtsinhaber erhöhen. Und was ist, wenn es bei der Wahl doch eine Überraschung gibt? „Wenn am Ende als Kollateralschaden ein Oberbürgermeister Boeddinghaus steht, wird das nicht der Untergang des Abendlandes sein.“

 Von Göran Gehlen

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