Nur 17,2 Prozent gingen an die Urne - Grüne und Jusos in Studentenparlament stark

Wahlmoral im Keller

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Das große Zählen: Wahlhelfer Benjamin Stöber und Dorothea Gobrecht vom Wahlamt beim Ausschütten der Urnen am Donnerstagnachmittag. Trotz der vielen Stimmen ist die Wahlbeteiligung dieses Jahr um fast zehn Prozent gesunken.

Kassel. Der größte Verlierer der Hochschulwahlen stand als Erstes fest: Die stärksten Verluste gab es bei der Wahlbeteiligung zu verzeichnen. Sie sank von 26,1 auf 17,2 Prozent. Dieses Jahr gab es zum ersten Mal keine 25-Prozent-Hürde mehr.

In den Vorjahren drohte bei einer geringeren Wahlbeteiligung das Land, einen Teil des Geldes für die studentische Selbstverwaltung, den Asta (Allgemeiner Studierendenausschuss), einzubehalten.

Verluste bei den Wahlen zum Studierendenparlament mussten vor allem Kassels Unabhängige Studierende (KUS) hinnehmen, die voriges Jahr als Neulinge in der politischen Hochschullandschaft stärkste Kraft geworden waren. Diesmal landete die Liste hinter Jusos und Grünen auf dem dritten Platz und muss drei ihrer bisherigen acht Sitze abgeben.

Die beiden stärksten Fraktionen im neuen Kasseler Studentenparlament (StuPa) werden die Hochschulgruppen von Grünen und Jusos sein. Beide werden mit jeweils neun Sitzen in die Studierendenvertretung einziehen. Mit 1140 Stimmen haben die Grünen nur 14 Kreuzchen mehr als die Jusos bekommen. Derzeit haben die Jusos sieben und die Grünen sechs Sitze im Studentenparlament.

Wer mit wem?

Dass die beiden Hochschulgruppen gleich mehrere Sitze dazugewonnen haben, liegt auch daran, dass das Studierendenparlament künftig 29 Plätze umfassen wird (bisher 25). Die Studierendenzahl legt hierbei die Zahl der Sitze fest.

Die Liste Witzenhausen KAWIAR zieht mit drei Mandaten ins neue Parlament ein, die Piraten erhalten zwei Sitze und das Linksbündnis wird einen Vertreter ins StuPa schicken.

Die Grüne Hochschulgruppe freute sich, erstmals stärkste Kraft bei den StuPa-Wahlen geworden zu sein. „Dieses tolle Ergebnis ist auf unsere gute Arbeit im Asta in den vergangenen drei Jahren zurückzuführen“, sagte Lucas Christoffer, Mobilitätsreferent im amtierenden Asta. Auch die Juso-Hochschulgruppe Kassel / Witzenhausen äußerte sich zufrieden mit dem Ausgang der Wahl. Die knapp Zweitplatzierten würden auch künftig gern im Asta vertreten sein. Der noch amtierende Asta unter dem Vorsitz von Sebastian Weise-Kusche (Jusos) wird von Rot-Grün getragen. Innerhalb der Grünen Hochschulgruppe wird offenbar noch diskutiert, auf wen man jetzt wegen Koalitionsverhandlungen zugeht.

Wer mit wem – das soll bis zum 8. Februar geklärt sein. Dann werden in der konstituierenden StuPa-Sitzung die Vertreter des neuen Asta gewählt.

Von Katja Rudolph

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