Pilotprojekt an Knipping-Schule: Hauttest mit Licht soll Schülergesundheit fördern

Wahrheit liegt auf der Hand

Test mit Maus: Dr. Wolfgang Köcher (links) misst die Menge der Antioxidantien auf der Haut von Vanessa Neurath (rechts). Ihr Mitschüler Nick Krug schaut, welche Werte der Rechner zeigt. Foto: Dilling

kassel Sie trinke nur mäßig Alkohol, bewege sich viel und ernähre sich bewusst, sagt Vanessa Neurath. „Doch mit dem Schlaf ist das so eine Sache“, ergänzt die Schülerin der Elisabeth-Knipping-Schule. Schließlich müsse sie viel für das Abitur lernen und wolle trotzdem noch ihren Spaß haben.

Da wird die 19-Jährige wohl die nächsten Wochen etwas kürzer treten. Denn sie lässt wie 49 ihrer Mitschüler der Knipping-Schule im Rahmen eines Pilotprojekts mithilfe eines neu entwickelten Licht-Scanners von der Kasseler Firma Opsolution testen, wie es um ihre Fitness und ihr Wohlbefinden bestellt ist. Regionalmanager Holger Schach, der Technische Geschäftsführer von Opsolution, Dr. Wolfgang Köcher, und Professor Jürgen Lademann von der Berliner Charité präsentierten das Projekt gestern im Kulturbahnhof der Öffentlichkeit.

Die Hochschule der Berliner Charité hat vor einigen Jahren einen Laser-Scanner entwickelt, der aus dem Schweiß der Handfläche die Menge der dort vorhandenen Antioxidantien misst. Diese Stoffe, die in bestimmten Nahrungsmitteln vorhanden sind, unterstützen die Widerstandskraft des Körpers. Rauchen, Alkoholmissbrauch, zu wenig Schlaf oder zu viel Stress verminderten die Menge dieses Abwehrstoffs, sagte Lademann.

Die Firma Opsolution hat daraus ein mobiles Messgerät in der Form einer Computermaus entwickelt, das nun helfen soll, nachhaltige Verhaltensänderungen bei Schülern zu erreichen, damit sie künftig gesünder leben und gesünder essen. Aufklärungsbroschüren hätten bei Jugendlichen ja kaum Erfolg, sagte Dr. Günther Wagner, der Leiter der Knipping-Schule, die unter anderem auf den Bereich Ernährung spezialisiert ist.

Zwei Mal pro Woche lassen die 50 Freiwilligen der Schule nun ihre Handfläche mit Licht abtasten. Dazu müssen sie Fragebögen über ihre bisherigen Gewohnheiten ausfüllen. In einer zweiten Phase bekommen die Schüler einen Monat lang besonders gesundheitsförderndes Essen in der Schule serviert.

Dann wird gemessen, ob das mehr Wohlbefinden gebracht hat. Die Schüler müssen laut Wagner keine Angst haben, dass ihre Lehrer erfahren, wie gut oder schlecht sie in Form sind. Die Tests würden in anonymisierter Form ausgewertet. Nur der betroffene Schüler komme mithilfe eines Codes an seine Daten. Im Herbst soll dann überprüft werden, ob die Testschüler wirklich auf Dauer gesünder leben.

Der Berliner Professor Lademann ist überzeugt, dass das neue Messverfahren eine erzieherische Wirkung bei jungen Leuten entfalten kann. Der Licht-Scanner sei „ein Spiegel, den man sich vor die Haut hält.“ (pdi)

HINTERGRUND

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.