Marktplatz der Tüftler

2000 Besucher kamen zum Funktag in die Messehallen

Kassel. Tüfteln und Technik scheinen im Trend zu liegen: Zur zweiten Funk-Erlebnismesse des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC) kamen am Wochenende nach der Premiere im vergangenen Jahr erneut mehr als 2000 Besucher in die Kasseler Messehallen.

Das Angebot war diesmal ein noch größerer Marktplatz für Technikbegeisterte aller Generationen, die gern alles selbst zusammenbauen und experimentieren. Auf einer Fläche von 1300 Quadratmetern boten 60 Händler und Funkamateure Geräte und Zubehör an. Das war auch ein Spielplatz für Nostalgiker, die nach alten Röhrengeräten Ausschau hielten. Fachvorträge ergänzten das Programm.

Technik fängt im Kleinen an. Im Ideenzelt des Funkertags waren am Wochenende in den Messehallen kleine Bausätze aufgereiht, mit denen man pfiffige Ideen für wenig Geld realisieren kann, beispielsweise ein elektronisch funktionierender Würfel oder ein Schubladenwächter, der laut piepst, wenn jemand heimlich die Schublade öffnen will. Er kann aber auch als Überschwemmungswächter eingesetzt werden, der Alarm schlägt, wenn die Badewanne überzulaufen droht. „Solche Bausätze gibt es schon für zwei bis zehn Euro. Sie sind nur noch zu wenig bekannt“, sagt Werner Vollmer vom DARC. Er hat den Nachwuchs des Amateurfunks im Blick und wirbt dafür schon in Grundschulen. „Kinder wollen erstmal nicht die Theorie hören, sondern etwas anfassen“, erklärt er. Gleich neben dem Zelt konnte man erste Schritte beim Löten und dem Zusammenfügen von Schaltkreisen machen.

Der DARC  hat mit seinen mehr 35000 Funkamateuren stabile Mitgliederzahlen. Das ist wohl auch der umsichtigen Werbung unter Kindern und Jugendlichen zu verdanken und dem Aufbau von Kooperationen: Erstmals präsentierte sich beim Funkertag das Schülerforschungszentrum Nordhessen mit seinen Erfindungen, etwa einem sechsfüßigen Roboter, der ohne Elektromotor auskommt und einem selbstfahrenden und selbstgebauten Lkw-Modell.

Mit von der Partie war auch ein Kasseler Pfadfinder des Stamms Wilhelm Busch, der Besucher in einer Kohte am künstlichen Lagerfeuer begrüßte. Schließlich waren da noch ehrenamtliche Mitarbeiter der Repair-Cafés West und Nord, die Mitstreiter mit Elektronikkenntnissen suchten. „Bei uns werden manchmal sogar Flachbildschirmfernseher zum Reparieren vorbeigebracht. Da brauchen wir jemand mit Spezialkenntnissen“, sagt Norbert Konrad vom Repair Café West.

Sogar Briefmarkenfreunde kamen auf ihre Kosten: Der DARC gab eine Sonderbriefmarke zum 45-jährigen Bestehen heraus.

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