Container-Umschlagplatz im Industriepark arbeitet an Auslastungsgrenze

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Schwergerwichte: Mit Container-Staplern bewegen Mitarbeiter im Güterverkehrszentrum bis zu 13,5 Meter lange Transportbehälter. Bis zu fünf von ihnen können übereinander gestapelt werden.

Kassel. Der riesige Container-Stapler greift mit seinem zangenartigen Arm den zwölf Meter langen und 2,5 Meter hohen, stählernen Transportbehälter in luftiger Höhe, hebt ihn mühelos an und setzt ihn passgenau auf einem Sattelauflieger ab.

Was im Container-Terminal und Umschlagbahnhof im Güterverkehrszentrum Kassel so einfach aussieht, ist tatsächlich Maßarbeit. Denn sowohl beim Absetzen als auch beim Stapeln der Container bis zu einer Höhe von fast 13 Metern geht es um Millimeter. Stehen die bis zu 30 Tonnen schweren Kolosse nicht sauber übereinander, kippen die Türme um – Container und Ware darin werden beschädigt. „Die Arbeit mit dem Stapler erfordert viel Geschick“, weiß Standortleiter Thomas Marquardt. Er ist von Anfang an dabei. 2004 wurde die Anlage mit Bahnanschluss und großem Portalkran errichtet und später mehrfach erweitert. Betrieben wird sie von der Bahntochter DB Intermodal Services – ein auf den kombinierten Frachtverkehr auf Straße und Schiene spezialisierter Dienstleister.

Dort schaffen wöchentlich sieben oder acht Güterzüge Ware in Containern heran, die zur Weiterverteilung in der Region auf Lkw verladen wird. Die Züge kommen von den Seehäfen Hamburg und Bremerhaven. Entladen und mit Gütern aus der Region wieder beladen, fahren sie zurück nach Norden. Hinzu kommen wöchentlich fünf Züge, die Container und ganze Sattelauflieger nach Verona in Italien und umgekehrt transportieren. Das spart Personalkosten. Denn der nächtliche Italien-Zug schafft 24 Einheiten, wozu anderefalls ebenso viele Fahrer benötigt würden – die nach Norden laden je nach Größe 40 bis 60 Container. Außerdem lagert der Dienstleister in der Lise-Meitner-Straße unweit des neuen MAN-Truckcenters auf einer Fläche von 15.000 Quadratmetern Container seiner Kunden, repariert und reinigt sie. Zu ihnen gehören VW, B.Braun Melsungen und andere Industrie-Unternehmen in der Region.

Umgeschlagen werden Waren aller Art: Autoteile und Medizintechnik, Schrott und Baustoffe, Holz und Mamorblöcke sowie haltbare Lebensmittel wie Kartoffeln. Das Geschäft brummt: Wurden 2006 im Umschlagbahnhof 30.000 Einheiten – Container und Auflieger – abgefertigt, waren es im vergangenen Jahr 52.000. Noch rasanter verlief die Entwicklung beim Tderminal: Dort stieg die Zahl der bewegten Container im selben Zeitraum von 16.000 auf ebenfalls 52.000. „Wir arbeiten zeitweise an der an der Auslastungsgrenze“, sagt Marquardt. Daher werde das Depot in diesem Jahr um 5000 m2 erweitert. Eine angrenzende Fläche sei erworben, der Bauantrag gestellt. Die Lagerkapazität von 1000 steigt dann um ein Drittel. „Die Kunden fordern die Erweiterung“, so Marquardt. Rund 100 Lkw steuern Umschlagbahnhof und Depot täglich an, in Spitzenzeiten sind es bis zu 200. Für sie entstehen neue Parkplätze, Wartespuren und Rückstauraum.

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