Verkehrssicherheit

Stadt Kassel richtet erstmals Elternhaltestellen an einer Grundschule ein

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Um das Problem mit Elterntaxis an der Waldauer Grundschule zu entschärfen, hat die Stadt drei Elternhaltestellen in etwa 300 Meter Entfernung ausgewiesen. 

Um das Problem mit Elterntaxis an der Waldauer Grundschule zu entschärfen, hat die Stadt drei Elternhaltestellen in etwa 300 Meter Entfernung ausgewiesen. 

Dort könnten die Kinder nun gefahrlos aus dem Auto der Eltern steigen und dann zu Fuß zur Schule gehen.    Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Grundschule fahren und dort wieder abholen, sind auch im Stadtteil Waldau ein viel diskutiertes Problem. Mehrfach hat sich der Ortsbeirat schon darüber Gedanken gemacht. Mehrfach hat der Förderverein der Schule bereits Aktionen organisiert, um die Lenker dieser sogenannten Elterntaxis darauf aufmerksam zu machen, dass sie gefährliche Situationen für die Kinder hervorrufen können.

Um das Verkehrsproblem zu entschärfen, hat die Stadt Kassel nun drei sogenannte Elternhaltestellen ausgewiesen, etwa rund 300 Meter von der Grundschule entfernt. Die Hol- und Bringzonen sind mit nichtamtlichen Verkehrszeichen beschildert (der Appell: „Ab hier zu Fuß“) und sollen von Eltern genutzt werden, „bei denen sich die morgendliche beziehungsweise mittägliche Fahrt mit dem Auto nicht vermeiden lässt“, berichtet die Stadt. Die Entfernung von 300 Metern entspreche dabei etwa dem vierminütigen Fußweg eines Grundschulkindes.

Elterntaxis in Kassel: Hier befinden sich die Haltestellen

Die drei Haltestellen sind nach Angaben der Stadt in Zusammenarbeit der städtischen Verkehrsplanung und Straßenverkehrsbehörde mit Schule, Elternbeirat, Förderverein, Ortsbeirat und ADAC ausgewählt worden. Die Schilder seien vom ADAC gestiftet und vom städtischen Bauhof montiert worden. Die Standorte (siehe Grafik): Eine Elternhaltestelle befindet sich in der Liegnitzer Straße (nördlich der Schule), eine an der Waldemar-Petersen-Straße (östlich der Schule) und die dritte an der Kasseler Straße (südlich der Schule).

Somit müsse die Görlitzer Straße vor der Schule von Elterntaxis nicht mehr passiert werden. An den Hol- und Bringzonen könnten Eltern ihre Schulkinder nun gefahrlos aus- und einsteigen lassen, sagt Verkehrs- und Ordnungsdezernent Dirk Stochla (SPD). Die Haltestellen mit Stellplätzen längs am Fahrbahnrand seien für ein kurzes Halten konzipiert. Wer sein Schulkind noch zu Fuß bis zur Schule begleiten wolle, könne dazu gern den Parkplatz südlich der Kasseler Straße) nutzen.

Ob es weitere Elterntaxi-Haltestellen gibt, ist offen

Über die neuen Elternhaltestellen in Waldau freut sich auch Bildungs- und Gesundheitsdezernentin Ulrike Gote (Grüne). Von dort aus könnten Kinder den restlichen Schulweg zu Fuß antreten. Gote: „Mit der eigenständigen Bewältigung des Schulweges wird die kindliche Entwicklung zur Selbstständigkeit gefördert.“

Ob Elternhaltestellen in Kassel an weiteren Grundschulen oder auch an Kitas eingerichtet werden, ist noch offen. „Sofern die jeweiligen örtlichen Gegebenheiten dies ermöglichen und ein entsprechendes Konzept von der konkreten Schule mitgetragen und positiv begleitet wird, sind durchaus auch an anderen Orten in Kassel solche Elternhaltestellen denkbar“, erklärt Stadtsprecher Michael Schwab dazu auf Anfrage. 

In die gleiche Richtung geht übrigens eine Aktion an der Grundschule Brückenhof/Nordshausen. Wie berichtet, sind dort kürzlich an drei Standorten der Heinrich-Plett-Straße sogenannte Kinderhaltestellen eingerichtet worden. Gekennzeichnet durch einen überdimensionalen Bleistift und eine Radiergummibank, sollen sich an diesen Orten die Kinder treffen, um dann gemeinsam zur Schule zu gehen.

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