Nach Sanierungsarbeiten entstanden neue Probleme

Gefährliche Falle für Autos auf Buga-Parkplatz: Betonschwellen kaum sichtbar

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Ein Problem entschärft, ein anderes geschaffen: Durch den Schotter soll verhindert werden, dass Autos gegen die Betonschwellen fahren. Doch nun dienten die Schwellen nicht mehr als Abgrenzung zum einen Meter tiefen Graben, der bewachsen ist.

Kassel. Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht: Dies musste ein Kasseler Ingenieur feststellen, der regelmäßig an den Parkplätzen an den Messehallen vorbeikommt.

Auf dem Parkplatz zwischen Damaschkestraße und Waldauer Bahnlinie hatten kürzlich Bauarbeiten stattgefunden. Dabei sollte eine Gefahrenstelle entschärft werden. Tatsächlich wurden aber neue Probleme geschaffen.

Ausgangspunkt der Geschichte ist ein Autofahrer, der mit seinem Fahrzeug gegen eine der Betonschwellen gefahren war, die die Parkplätze zu den dahinter liegenden Entwässerungsgräben hin abgrenzen. Als die Betonschwellen vor einigen Jahrzehnten dort aufgestellt worden waren, um zu verhindern, dass die Autos in den etwa einen Meter tiefen Graben rutschen, hingen die Fahrzeugfronten noch nicht so tief über dem Boden.

Parkplatz unter Wasser: Der Schotter verhindert ein schnelles Abfließen nach Regenfällen. Foto: privat

 

Der betroffene Autofahrer jedenfalls wandte sich wegen seines Schadens an die Stadt Kassel und forderte Schadenersatz. Diesen Fall nahm die Stadt zum Anlass nachzubessern. Eine Firma wurde damit beauftragt, vor den Betonschwellen Schotter aufzuschütten, sodass die Betonschwellen nur noch wenige Zentimeter herausragen.

Der Kasseler Ingenieur traute seinen Augen nicht. „Das sind sinnlose Reparaturarbeiten, die noch dazu teure Folgeschäden verursachen“, sagt der Fachmann. So konnte durch den aufgeschütteten Schotter das Regenwasser kaum mehr in den Graben abfließen. Große Pfützen bildeten sich bereits nach kurzen Regengüssen auf den Parkplätzen. Dies sorge bei Autofahrern nicht nur für nasse Füße, sondern schade auch nachhaltig dem Unterbau der Parkplätze, so der Ingenieur.

Was aber für Autofahrer noch viel ärgerlicher ist: Durch die Anschüttung des Schotters waren die Betonschwellen beim Heranfahren kaum mehr wahrnehmbar. Wer die Schwelle überfährt, landet mit den Vorderrädern im Graben und steckt fest. Zweimal hat der Ingenieur in der kurzen Zeit beobachtet, dass Autofahrer, die in die Falle geraten waren, Abschleppdienste bemühen mussten.

Um Abhilfe zu schaffen, wandte er sich mit seinen Beobachtungen an die Stadt. Auf HNA-Anfrage teilte die Stadt mit, dass es keine Probleme mit der Entwässerung gebe und der Parkplatz verkehrssicherer geworden sei. Mehr noch: Die meisten Autofahrer seien sehr zufrieden, dass sie nun gefahrlos an die Betonschwellen fahren können. Allerdings stehe noch eine Abnahme der Bauarbeiten aus.

Als die HNA sich vor Ort ein Bild verschaffte, waren Bauarbeiter dabei, den Schotter so zu bearbeiten, dass ein Abfließen des Wassers erleichtert wird und die Schwellen weit genug aus dem Schotterbett ragen, dass ein Abrutschen in den Graben unwahrscheinlicher ist. So zufrieden kann man mit den Arbeiten also nicht gewesen sein.

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