Feuer in Kleingartenverein Waldauer Wiesen - Polizei vermutet Brandstiftung

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Brandstifter am Werk: Diese und eine benachbarte Gartenlaube wurden von Unbekannten auf dem Kleingartengelände „Waldauer Wiesen“ in der Nacht zum Mittwoch angesteckt.

Kassel. Bei einem Feuer im Kleingartenverein Waldauer Wiesen sind in der Nacht zu Mittwoch zwei Gartenlauben ausgebrannt. Verletzt wurde laut Feuerwehr niemand. Nach ersten Schätzungen entstand ein Schaden von 50.000 Euro.

„Das war wie eine richtige Berghütte. Mit Natursteinen und geschnitztem Holz. Die Verzierungen habe ich zum Teil mit der Hand gemacht.“ Die Erschütterung ist Bozo Bogdan heute Vormittag ins Gesicht geschrieben. Der Mann steht mit Ermittlern der Kasseler Kriminalpolizei vor seiner Gartenlaube. Eher gesagt davor, was von seiner Laube übrig geblieben ist. Er ist wütend, fassungslos, sprachlos und traurig.

Artikel aktualisiert um 15.20 Uhr.

Das gemauerte Haus mit Dachziegel sowie die Nachbargartenlaube sind von Unbekannten in der Nacht zum Mittwoch auf dem Kleingartengelände „Waldauer Wiesen“ angesteckt worden. Die Feuerwehr, die in der Nacht dreieinhalb Stunden mit 17 Mann im Einsatz war, verhinderte das Übergreifen auf eine dritte Hütte gerade noch. Hier wurde die Fassade nur durch Ruß leicht beschädigt.

Nichts mehr zu retten: Eine der zerstörten Gartenlauben.

„Das war eindeutig Brandstiftung“, sagt Kriminalhauptkommissar Joachim Schabacker, Brandermittler vom Kommissariat 11. Zusammen mit einer Kollegin untersucht er den Tatort. Einen technischen Defekt und eine Selbstentzündung könne er ausschließen. Schabacker geht derzeit davon aus, dass der oder die Täter bei der Laube von Bozo Bogdan Brandbeschleuniger von außen durch ein Fenster in die Laube geworfen haben. An diesem Gebäude seien keine Einbruchspuren feststellbar. Anders bei der Laube nebenan. Dort hätten die Brandstifter offenbar ein Fenster aufgehebelt, seien eingestiegen und hätten das Feuer vermutlich mit flüssigem Grillanzünder entzündet. Die Kripobeamten haben Brandschutt zur Untersuchung sichergestellt.

Nach Angaben von Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch war die Leitstelle der Polizei um 0.15 Uhr von der Feuerwehr über den Gartenhüttenbrand informiert worden. Ein 34-jähriger Bewohner der benachbarten Körnerstraße in der Unterneustadt hatte den Brand nach Mitternacht bemerkt und die Feuerwehr gerufen.

Als die Feuerwehr eintraf, hätten die beiden massiv errichteten Gartenhäuschen bereits völlig in Flammen gestanden, sagt Einsatzleiter Karsten Fischer. Weil die Hütten so schlecht erreichbar und die Löschwasserversorgung schlecht gewesen sei, habe man weitere Einsatzkräfte angefordert.

Brandermittler Schabacker geht bei Bogdans Laube von einem Schaden in Höhe von 45.000 Euro aus, den Schaden der Nachbarhütte beziffert er mit 35.000 Euro. „Der ideelle Wert liegt ja meist viel höher“, sagt der Ermittler.

Kleingärtner Bozo Bogdan erzählt, dass er seit neun Jahren die Parzelle in dem Kleingartenverein hat. „Da steckt verdammt viel Arbeit drin. Das habe ich doch alles für meinen Sohn und meine Tochter gemacht“, sagt der Mann. Fast jedes Wochenende habe die Familie hier verbracht. Auch im Winter. Mit diesem Kleingartenidyll ist es vorerst vorbei.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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