Autos nehmen Kindern die Sicht

Gefährlicher Schulweg: Ärger um Falschparker in Waldau

Waldau. Sie parken vor Überwegen, im Halteverbot und auf Gehsteigen: Falschparker nehmen billigend in Kauf, Schulkinder zu gefährden, wenn diese die Straße überqueren.

Der Ortsbeirat Waldau forderte deshalb in seiner Sitzung, dass Querungen auf dem Weg zur Grundschule Waldau sicherer gemacht werden. Als besonders gefährlich betrachten die Kommunalpolitiker Überwege an der Breslauer Straße, Görlitzer Straße und Liegnitzer Straße.Durch Falschparker entstünden Gefahrensituationen, die Kinder nicht einschätzen könnten. „Das Problem ist nicht, dass sie nicht ausreichend geschult sind für den Straßenverkehr“ sagt Ortsvorsteher Joachim Bonn (SPD). „Falsch parkende Autos nehmen ihnen die Sicht. Ebenso wenig sind Kinder für die Autofahrer zu sehen.“ Hinzu käme, dass statt 30 häufig 50 gefahren werde. So komme es immer wieder zu heiklen Situationen.

Nicht selten sind die Verursacher Eltern. Sie parken direkt vor der Grundschule, wenn sie ihre Schützlinge bringen oder holen. Mittlerweile wurde vor der Schule an der Görlitzer Straße ein Halteverbot eingerichtet. „Das hat die Situation entspannt“, sagt Jürgen Blutte (Grüne). Dennoch seien Kontrollen nach wie vor gefordert, ebenso wie Halteverbote an weiteren kritischen Punkten.

Auch in der Kritik: die sogenannte Querungshilfe an der Liegnitzer Straße (zwischen den Haltestellen Liegnitzer und Breslauer Straße), die lediglich eine Fahrbahnverengung sei, ohne Hinweise auf Schulkinder, wie Bonn betonte. „Es ist ein Irrglaube, dass man dort sicher rüber gehen kann.“ Ebenso gefährlich: der Kreisverkehr Breslauer Straße/Görlitzer Straße. Polizeioberkommissar Holger Menne, stellvertretender Leiter des Verkehrserziehungsdienstes am Polizeipräsidium Nordhessen, brachte eine positive Botschaft mit in die Sitzung: „Die Zahl der Unfälle, bei denen Kinder verletzt oder getötet wurden, lag 2014 in Waldau bei Null.“ Handlungsbedarf sieht er in der Ausweisung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit: Nur an den Einfallstraßen im Stadtteil gebe es Hinweisschilder auf Tempo 30. Auch die wenigen Piktogramme auf den Straßen seien verblasst. „Das verunsichert Nicht-Ortskundige.“

Der Handlungsspielraum in 30er-Zonen ist eng – Fußgängerampeln beispielsweise sind verkehrsrechtlich nicht zulässig. Der Ortsbeirat fordert die Stadt auf, zu prüfen, welche Möglichkeiten es gibt, Überwege entlang des Schulweges zur Grundschule sicherer zu machen und weitere einzuplanen. Als Beispiel nannte Bonn die Kasseler Straße auf der Höhe des Neubaugebiets Feldbachring, wo der Schulwegeplan noch keinen vorsieht.

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