Einbau der neuen Versandanlage

HNA-Druckhaus am Limit: Umbau bei laufendem Betrieb

Dieser Teil der Versandanlage ist schon neu: Der technische Leiter des Druckhauses, Albrecht Moths, bittet die Leser um Verständnis für Verzögerungen bei der Zustellung. Foto: Fischer

Kassel. Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Das ist beim Zeitungsdruck Dierichs im Industriepark in Kassel, der unter anderen die HNA druckt, nicht anders.

Zurzeit wird für zehn Millionen Euro die in die Jahre gekommene Versandanlage erneuert. Und das ist nicht ganz einfach, denn der Einbau erfolgt im laufenden Betrieb. Das heißt: Die neue Anlage kann nur schrittweise installiert werden, und zwar in dem Maße, wie die alte abgebaut wird.

Dabei sind in jüngster Vergangenheit Schwierigkeiten aufgetreten, die in Teilen des Verbreitungsgebiets der HNA zur verspäteten Zustellung der Zeitung geführt haben. „Das tut uns leid, und wir unternehmen alles, um dies zu vermeiden“, sagt der technische Leiter des Druckhauses, Albrecht Moths.

„Vier Dinge gleichzeitig“

Weitere Beeinträchtigungen sollen möglichst ausgeschlossen werden. Doch die heiße Phase des Modernisierungsprojekts dauert noch bis Mitte des Jahres an. „Wir machen derzeit vier Dinge gleichzeitig: Wir bauen die neue Anlage ein, optimieren die künftigen Abläufe, schulen die Mitarbeiter und produzieren“, zeigt Moths die Belastungen auf, denen die insgesamt 150 Beschäftigten derzeit ausgesetzt sind.

Aber die jüngsten Schwierigkeiten sind nicht allein der Millioneninvestition geschuldet. Auch das im Zuge des Ostergeschäfts stark gestiegene Beilagenaufkommen sowie der in der vergangenen Woche beigelegte Katalog für die Abo-Bonus-Card der HNA haben zu außergewöhnlichen Spitzen im Versand geführt - mit den entsprechenden Folgen für einen Teil der Abonnenten. „Wir bitten unsere Leser und Kunden um Verständnis“, sagte der Geschäftsführer von Verlag und Druckhaus, Harold Grönke.

Das Ende 2006 in Betrieb genommene Druckhaus ist eines der modernsten und leistungsfähigsten bundesweit. Auf den vier Maschinen werden nicht nur die HNA sowie die Hersfelder Zeitung und Werra-Rundschau mit einer täglichen Gesamtauflage von 200.000 Exemplaren sowie der Extratip gedruckt, sondern auch die Bild-Zeitung für die Mitte Deutschlands mit einer täglichen Auflage von 130.000 und wöchentlich 60.000 Bild am Sonntag. Hinzu kommen große Verbands- und Branchenzeitungen, unterschiedliche Beilagen, Kataloge, eine chinesische Wochenzeitschrift für Europa sowie eine Vielzahl von Anzeigenblättern.

Die Anforderungen sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Der Grund ist die zunehmende Individualisierung der Erzeugnisse. Das heißt, dass die Beilagen nicht automatisch in jede Zeitung eingelegt werden, weil es immer häufiger regionale, inhaltliche und zeitliche Abweichungen gibt.

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