Der Turnsportverein Waldau feiert vom 9. bis 11. Mai seine Gründung

125 Jahre in Bewegung

Waldau. Als am 1. April 1889 einige Dutzend Männer um Hobbyturner August Siebrecht bei Gastwirt Conrad Hartung in Waldau zusammenkamen, ahnten sie noch nicht, dass sie einen der erfolgreichsten Sportvereine Kassels gründen würden – den Tuspo Waldau.

Tatsächlich zählt der Sportverein heute zu den vitalsten Gruppierungen in ganz Kassel. Mit seinen 650 Mitgliedern, einer seit Jahren konstanten Zahl, kann er heute mit einer Turn-, Fußball-, Handball- und Tischtennis-Abteilung aufwarten. „Das kann sich sehen lassen“, meint Rolf Schlickmann, der heutige Vorsitzende. Mit seinen Vereinskollegen lädt er zum Jubiläumswochenende von Freitag bis Sonntag, 9. bis 11. Mai, auf den Waldauer Sportplatz und in die Zehntscheune gleich gegenüber ein.

Keine Chronik

125 Jahre Tuspo-Geschichte – tatsächlich liegt vieles im Dunkeln. Der Verein hat nie ein Chronik geführt, in der genau festgehalten wurde, wer wann was genau gemacht hat. „Es gibt lediglich ein altes Protokollbuch, in dem alle Vorstandssitzungen aus den Jahren 1889 bis 1929 handschriftlich dokumentiert sind“, sagt Schlickmann.

So ist immerhin bekannt: Mit einem Reck, einem Barren und einem Sprunggestell fing 1889 alles an – der Tuspo Waldau war zunächst ein reiner Turnverein. Erst viel später, nach dem Ersten Weltkrieg, sollte Handball dazukommen. Fußball wurde zwar schon nebenher gespielt, es gab aber noch keine feste Abteilung. Die gründete sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg, Tischtennis kam 1977 hinzu.

Wirkliche Sportlergrößen hat der Tuspo Waldau nie hervorgebracht. Schlickmann ist noch der Handballer Kai Welch in Erinnerung, der beim Tuspo Waldau anfing und in den 1990er Jahren ein Jahr lang für die SG Wallau-Massenheim in der Bundesliga spielte. „Sonst schlagen sich unsere Handballerinnen gerade prächtig“, sagt Schlickmann. Die erste Mannschaft behaupte sich gut in der Oberliga, auch wenn es in der vergangenen Saison nicht ganz so rosig gelaufen sei.

Richtig stark ist der Tuspo aber an anderer Stelle. Statt ewig Ruhm und Ehre hinterherzulaufen, schaut der Verein lieber auf die Waldauer. Integration heißt das Erfolgsrezept. Rund die Hälfte aller Mitglieder sind Kinder und Jugendliche – viele davon mit ausländischen Wurzeln. „Hier steckt unsere wahre Qualität“, sagt Schlickmann. „Wir sind mit Waldau verwachsen, und somit ein Spiegel des Ortsteils – und das wissen die Leute zu schätzen.“ So sei Sport beim Tuspo längst nicht nur Sport – sondern immer auch ein Weg hin zu zwischenmenschlichem Miteinander. Mehr im Internet unter http://regiowiki.hna.de/TuSpo_Waldau

Von Boris Naumann

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