Produktion endet in zwei Wochen

Kein Investor gefunden: Kasseler Schlachthof muss schließen

Kassel. Das Aus für den Kasseler Schlachthof im Stadtteil Waldau ist besiegelt. Das bestätigte Insolvenzverwalter Simon Braun am Dienstagnachmittag.

Aktualisiert um 19 Uhr - „Der letzte Schlachttag ist der 26. Februar“, sagt der Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Simon Braun. Am Dienstagnachmittag war der letzte Interessent abgesprungen, der den zahlungsunfähigen Betrieb künftig weiterführen wollte. Jetzt muss der Schlachthof stillgelegt werden. 

15 Beschäftigte und zudem fünf Mitarbeiter aus dem städtischen Veterinärdienst, die ständig im Schlachthof stationiert waren, verlieren ihre Jobs. Nach Angaben von Braun sei dem Unternehmen aus der regionalen Fleischwirtschaft das Risiko zu groß gewesen, dass die notwendigen Investitionen in die veralteten Anlagen noch höher werden könnten. Den Finanzbedarf, um den Schlachthof auf einen aktuellen und wettbewerbsfähigen Modernisierungsstand zu bringen, hatte Braun auf eine halbe bis eine Million Euro beziffert. 

Zudem sei eine große Lösung mit einer Erhöhung der Schlachtkapazität auf bis zu 1500 Tiere pro Woche am komplexen Genehmigungsverfahren gescheitert. Die Bedingungen der beiden Aufsichtsbehörden Stadt und Regierungspräsidium Kassel seien dem Investor zu umfangreich gewesen. Derzeit werden im Kasseler Schlachthof wöchentlich 450 bis 500 Schweine und 50 Rinder geschlachtet. Ursprünglich ausgelegt war der 1978 eröffnete Betrieb auf die Schlachtung von bis 2000 Tieren pro Woche.

 Mit der Schließung des Betriebs werden die Wege für Mastbetriebe und Fleischer künftig deutlich länger. Trotzdem müsse sich niemand um die Ahle Wurscht sorgen, sagt Fleischer-Obermeister Dirk Nutschan. Auch mit den Ausweich-Schlachthöfen in Warburg in Ostwestfalen und Heiligenstadt in Westthüringen lasse sich die schlachtwarme Verarbeitung des Schweinefleisches zur nordhessischen Spezialität sicherstellen, ist Nutschan überzeugt.

Selbstversuch: Einen Tag nur Ahle Wurscht

Manche wollen in der am Aschermittwoch beginnenden Fastenzeit auf die Ahle Wurscht verzichten. Unsere Autorin hat im Sommer genau das Gegenteil gemacht und einen Tag nur Ahle Wurscht gegessen. Wie es ihr dabei erging, sehen Sie im Video:

Rubriklistenbild: © Fischer

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