Streit mit Versicherung

Kassels einziger Campingplatz in der dritten Saison geschlossen

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Einzelne Wohnwagen: Der Campingplatz am Fuldaufer ist nach einem Brand im Jahr 2013 geschlossen. Ein Sanitär-Container des Zirkus Flic-Flac könnte für einen provisorischen Betrieb genutzt werden.

Vor drei Wochen hörte sich Sascha Weimann optimistischer an. Der Besitzer des Kasseler Campingplatzes an der Fulda hoffte, so schnell wie möglich öffnen zu können, um zum Rest der Saison wenigstens einen provisorischen Betrieb anbieten zu können.

Ganz so zuversichtlich klingt er auf Nachfrage nicht mehr. Einiges hänge von einem Treffen mit Vertretern der Sparkassenversicherung ab, die sich heute samt Gutachter noch einmal den Brandschaden im Hauptgebäude ansehen wollen.

Im Frühjahr 2013 war hier ein Brand ausgebrochen. Bislang sei keine Abwicklung des Schadens gelungen, klagt Weimann. Und so lange könne an der Anlage nichts gemacht werden. Zudem hätten Unbekannte Elektroinstallationen und Kabel vom Gelände gestohlen. Er baue auf eine Einigung mit der Versicherung, sagt Weimann und möchte nicht, dass es auf einen langwierigen Rechtsstreit hinausläuft. Ziel des Treffens heute sei es, die bestehenden Differenzen aufzulösen und zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen, sagte dazu ein Sprecher der Sparkassenversicherung. Eine eventuelle provisorische Eröffnung in diesem Jahr will Weimann deshalb auch Ende Juni noch nicht ausschließen.

Ein Sanitärcontainer mit Duschen und Toiletten steht bereits auf dem Gelände, um Gästen, die mit Zelten, Wohnwagen und Wohnmobilen anreisen, die nötige Infrastruktur bieten zu können. Zurzeit verweist Weimann die Camper an den Platz in Guxhagen-Büchenwerra. Der benachbarte Wohnmobilplatz, den er von der Stadt gepachtet hat, wird indes derzeit rege genutzt. Er ist das ganze Jahr über in Betrieb. Während die Stadt bereits nach Alternativen für Kassels bislang einzigen Campingplatz sucht (wir berichteten), denkt der Besitzer des „Fulda-Camps“ an den Giesewiesen nicht ans Aufgeben oder gar den Verkauf des Geländes. „Ich habe in den letzten Jahren sehr viel investiert und knapp 200.000 Euro reingesteckt“, sagt er. „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“

Archiv-Video vom Brand

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