Blaualgenblüte vermiest bereits eine Woche den Schwimmspaß

Kein Ende in Sicht: Badeverbot für Bugasee bleibt bestehen

Wohlauf nach dem Schwimmen: Ludwig Eichenberg hatte von dem Badeverbot wegen der Blaualgen noch nichts gehört.

Kassel. „Wissen Sie denn nicht, wie erfrischend das ist?“ So antwortet Ludwig Eichenberg auf die Frage, wieso er noch im Kasseler Bugasee schwimmt.

Seit drei Tagen nehme er hier ein Bad. Vom Verbot wegen der vielen Blaualgen habe er nichts gehört, auch das Warnschild am Ufer nicht gesehen. „Aber ich fühle mich völlig in Ordnung“, versichert der gebürtige Kasseler. Wäre er auch geschwommen, wenn er vom Verbot gewusst hätte? Eichenberg: „Vielleicht ja, aber vielleicht auch nicht.“

Baden in der Buga kommt für Laura Böcking und Olga Baum derzeit nicht in Frage. Sie habe schon vor dem Verbot gesehen, wie grün das Wasser ist, berichtet die 31-jährige Olga Baum. Blaualgen könnten etwa Hautreizungen auslösen. Das sei ihnen zu riskant. Dennoch kommen die Erzieherinnen im Urlaub gern an den See, begnügen sich aber mit Sonnenbaden.

Sie sonnen sich nur am Bugasee-Strand, andere gehen dort trotz der Blaualgen noch schwimmen: die Erzieherinnen Laura Böcking (links) und Olga Baum aus Kassel. Fotos: Hermann

Seit einer Woche ist kostenfreier Badespaß im Bugasee untersagt – und das bei bestem Badewetter. Wegen der Gesundheitsgefahren  hat die Stadt das Verbot am 3. August verhängt. Wie lange es noch gelten muss, ist offen. „Das kann sehr schnell gehen, das kann aber auch noch Wochen dauern“, sagt Michael Häckl, der beim Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) die hessischen Badeseen überwacht.

Wechselhafte Witterung

Nach Häckls Angaben hatte der Bugasee in den vergangenen Jahren keine Probleme mit einer „Blaualgenblüte“ oder – wie es wissenschaftlich korrekt heiße – mit einer Cyanobakterien-Massenvermehrung. Algen vermehrten sich bei einer erhöhten Sonneneinstrahlung. „Nicht normal ist allerdings die Stärke der Cyanobakterien-Entwicklung“, erklärt Häckl. Die Blaualgenblüte habe wohl mit dem wechselhaften Wetter und den damit verbundenen Temperaturwechseln zu tun. Cyanobakterien könnten sich so massiv vermehren.

Ein leider kaum änderbares Problem des Bugasees sei die geringe Wassertiefe von im Mittel 3,35 Metern und im Maximum 6,78 Metern. Dadurch könnten sich durch die Temperaturen im Sommer keine dauerhaften Wasserschichten einstellen. Hierdurch komme es im Bugasee zu einer sogenannten internen Düngung, erklärte der Experte. Durch Austausch in den oberen Wasserschichten stünden den Algen stets ausreichend Nährstoffe zur Verfügung. Häckl: „Die Kasseler müssen sich beim Bugasee leider mit gelegentlichen Cyanobakterien-Massenvermehrungen gegen Ende des Sommers abfinden.“

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