Manche bewegen sich

Urzeitgiganten auf dem Kasseler Messeplatz: Mobile Ausstellung zeigt 80 Dinosaurier

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Mutig ins Krokodil-Maul geklettert: Der vierjährige Lennox kennt die Tiermodelle in- und auswendig. Er ist der Enkel des Schaustellers Mario Reinhard.

Beine, Köpfe und Füße liegen auf dem Messeplatz Schwanenwiese verteilt. Was sich im ersten Moment gruselig anhört, ist in Wirklichkeit harmlos. Auf dem Gelände bauen Mario Reinhard und seine Familie aktuell riesige Dinosauriermodelle auf.

Mit ihrer mobilen Dino-Ausstellung touren die Schausteller durch ganz Deutschland. In Kassel macht die Familie zum ersten Mal Station.

Einen typischen Museums-Charakter hat die Ausstellung nicht. „Die Kinder dürfen überall draufklettern und alles anfassen“, sagt Mario Reinhard. Dabei entsteht natürlich auch die eine oder andere Schramme am Modell. Deshalb hat die Schaustellerfamilie von insgesamt 150 Sauriern bei jeder Tour nur 80 im Gepäck. Die anderen Dinomodelle werden in der Zeit ausgebessert und repariert. „Kleine Reparaturen machen wir selbst, zum Beispiel Lack mit der Spraydose auf Macken aufsprühen“, erklärt Reinhard. Um größere Reparaturarbeiten kümmert sich dagegen eine Firma. „Es kommt auch schon mal vor, dass Besucher aus Versehen einen Zahn oder eine Kralle abbrechen“, verrät der Schausteller. Dennoch sei es gewollt, dass die Besucher mit den Dinos in Kontakt kommen.

Die Dinos kommen auf den Kasseler Messeplatz

 © Dieter Schachtschneider
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Die grünen Giganten aufzubauen erfordert Genauigkeit. Die größten Modelle sind mehrere Meter hoch und lang. Etwa anderthalb bis zwei Stunden dauert es, bis eins der großen Modelle zusammengebaut ist. „Das ist Zentimeterarbeit“, sagt Reinhard. Einer seiner Kollegen steuert den Kran, der vom Fahrzeug aus acht Meter hoch ausfährt. Der Kranführer sehe zwar von unten aus, wohin er steuert. Dennoch sei viel Geschicklichkeit gefragt, sagt der Schausteller. „Da muss zum Beispiel der Fuß genau in den Körper passen.“ Manchmal gehe der Aufbau deshalb schnell, an anderen Tagen dauert es etwas länger.

Die meisten der Figuren bestehen aus Polyester und sind unbeweglich. Sie stehen im Freien auf dem Messeplatz und müssen deshalb stabil und wetterbeständig sein. Neben den festen Figuren gibt es auch computergesteuerte Modelle, die sich bewegen und Geräusche machen. Sie bestehen aus einem Eisengestell, das mit einer Kautschukmasse verkleidet ist, und sind auf dem Messeplatz in Zelten untergebracht. Die Installation ist beeindruckend. Mit ihren riesigen Klauen, Reißzähnen und ihrer weichen, ledrigen Haut wirken die Dinosauriermodelle erstaunlich echt. „Der ganze Körper bewegt sich: Augenklappen, Füße, Hände, Kopf und Hinterteil“, sagt Reinhard. Zusätzlich geben die Dinos Brüllgeräusche von sich. Auf manchen der beweglichen Figuren können Kinder angeschnallt sogar reiten. Die Ausstellung gastiert ab Freitag, 22. Februar, zwei Wochen lang in Kassel. Sie ist donnerstags und freitags von 14 bis 17 Uhr geöffnet, am Wochenende von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene neun Euro und für Kinder acht Euro.

Mehr Informationen gibt es unter dinoinfo.de

Die Dinos in Zahlen:

  • 13 Meter lang ist der Sattelschlepper, der den Brontosaurus transportiert. Das Dinomodell gehört zu den festen Plastikfiguren. Es besteht aus vielen Einzelteilen, die vor Ort zusammengesetzt werden.
  • 27 Meter misst das längste Modell, der Brontosaurus. Mit seinen 6 Metern Höhe ist er gleichzeitig auch der größte Dinosaurier in der Ausstellung. Im Gegensatz dazu stehen die kleinsten Modelle mit einer Länge von einem Meter.
  • 28 Jahre ist es her, dass Mario Reinhards Großvater die Idee für die mobile Dinoausstellung hatte. Inspiriert hatte ihn eine ähnliche Ausstellung, die er bei einer USA-Reise besucht hatte.
  • 32 Sattelschlepper sind nötig, um die Dinofiguren von Ort zu Ort zu transportieren. Da muss die ganze Schaustellerfamilie mithelfen.
  • 250 Tonnen wiegt das gesamte Material, aus dem die Dinosauriermodelle bestehen.

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