Markus H. freigesprochen

Mordfall Lübcke: Brandanschlag in Kassel - Antifa-Gruppe zündet Auto des Mitangeklagten an

Rechtsanwalt Björn Clemens (links) spricht mit seinem Mandanten Markus H.
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Rechtsanwalt Björn Clemens (links) spricht an einem der letzten Prozesstage vor dem Oberlandesgericht Frankfurt mit seinem Mandanten Markus H. (Archivbild)

Im Mordfall Walter Lübcke wurde Markus H. als Mittäter freigesprochen. Die Antifa hat in Kassel einen Anschlag auf das Auto von H. verübt.

Kassel – Ein Kleinwagen, der in der Nacht zum Montag, im Kasseler Industriegebiet Waldau gebrannt hat, gehört Markus H., dem freigesprochenen Mitangeklagten aus dem Prozess zum Mord an Kassels Regierungspräsidenten Walter Lübcke. Zu dem Brandanschlag hat sich eine Antifa-Gruppe bekannt.

Der 46-jährige H. ist am Donnerstag, drei Tage nach dem Anschlag, vom Vorwurf der Beihilfe zum Mord an Regierungspräsident Lübcke freigesprochen worden. H. wurde lediglich wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz zu einer Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt.

Anschlag auf Mitangeklagten im Lübcke-Prozess: Bekennerschreiben der Antifa

Auf der linken Internetseite Indymedia.org wurde einen Tag vor der Urteilsverkündung ein Bekennerschreiben veröffentlicht. Dort heißt es, dass die Antifa in der Nacht zum Montag das Auto angezündet habe, das Markus H. seit seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft genutzt habe. Die Gruppe macht H. für den Lübcke-Mord mitverantwortlich, unabhängig vom Ausgang des Prozesses.

Das Auto war durch den Brand im Frontbereich völlig zerstört worden. Die Polizei schätzt den Schaden auf 4000 Euro. Auch ein nebenan abgestellter Mini wurde durch die Hitzeentwicklung beschädigt.

Anschlag auf Mitangeklagten im Lübcke-Prozess: Polizei schließt politisches Motiv nicht aus

Laut Polizeisprecher Matthias Mänz ermittelt die Kripo wegen vorsätzlicher Brandstiftung. Angaben zum Geschädigten mache die Polizei nicht. Ein politisches Motiv wird laut Mänz aber nicht ausgeschlossen.

Während das Oberlandesgericht Frankfurt den Hauptangeklagten im Mordfall Lübcke, Stephan Ernst zu lebenslanger Haft verurteilt hat, wurde Markus H. von den schwersten Vorwürfen freigesprochen. Seine Reaktion auf das Urteil hat Prozessbeobachter allerdings überrascht. (Ulrike Pflüger-Scherb)

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