Mitarbeiter fordern bessere Arbeitsbedingungen

Post-Streik erreicht Kassel - Briefzentrum Waldau betroffen

Mit Fahnen und Pfeifen: Mitarbeiter der Deutschen Post legen in dieser Woche in ganz Deutschland die Arbeit nieder, um für bessere Arbeitsbedingungen zu demonstrieren. Auch in Kassel versammelten sich 150 Post-Mitarbeiter. Foto: von Polier

Kassel. Der Streik der Postmitarbeiter hat auch Kassel erreicht. Am Mittwoch versammelten sich etwa 150 Postangestellte aus Stadt und Landkreis in der Gaststätte Eppo’s Clubhaus an der Damaschkestraße, um mit Trillerpfeifen und Fahnen für bessere Arbeitsbedingungen zu demonstrieren.

25 Kasseler Paketzusteller haben die Arbeit niedergelegt, seit Montag sind auch Mitarbeiter des Briefzentrums Waldau dazu aufgerufen. Die Folge: Briefe werden nur noch durch ein Notprogramm auf Zustellbereiche sortiert. Das bedeutet für die Briefträger, dass sie die Sendungen selbst nach Straßen und Hausnummern sortieren müssen. Kasseler Briefträger streiken bisher noch nicht. „Aber durch diese Art der Sortierung, die mehr Arbeit verursacht, kommt es natürlich zu Verzögerungen bei der Zustellung“, sagt Verdi-Pressesprecher Detlev Borowsky. Wenn beispielsweise ein Brief innerhalb Kassels verschickt wird, dauert seine Zustellung nicht so lange, wie wenn ein Brief von Kassel nach Köln geschickt wird, weil er dann das Kasseler und das Kölner Briefzentrum passieren muss.

Verdi erwägt Klage

Seit Montag streiken die Postangestellten für bessere Arbeitsbedingungen. Dabei geht es um sogenannte DHL Delivery GmbHs, Tochtergesellschaften der Post, die nicht nach Haustarif, sondern nach dem von Lkw-Fahrern bezahlt werden. Das bedeute eine fehlende betriebliche Altersvorsorge bei Paketzustellern und weniger Gehalt, erklärt Verdi-Sprecher Borowsky. Verdi wirft der Post Vertragsbruch vor. Ursprünglich sei vertraglich zwischen beiden Parteien vereinbart worden, nicht mehr als 990 Zustellbezirke auszulagern, auch nicht an Tochterfirmen. Mittlerweile seien es 6990, rechnet Borowsky vor. Verdi erwäge deshalb Klage beim Arbeitsgericht in Bonn.

Postbank war geschlossen

Für Verwirrung bei Postkunden in Kassel hat am Mittwoch die geschlossene Postbank-Filiale an der Unteren Königstraße gesorgt. Dort können Briefe und Pakete abgegeben werden. Die Schließung hatte allerdings nichts mit dem Streik der Postmitarbeiter zu tun, da hier Angestellte der Postbank beschäftigt sind, erläuterte ein Sprecher des Unternehmens. Dass die Filiale am Mittwoch nicht geöffnet hatte, sei einer Betriebsversammlung geschuldet. Für weitere Verwirrung unter den Kunden hatte dabei ein Tippfehler am Aushang verursacht. Dort war versehentlich von Dienstag, 10. Juni, und nicht von Mittwoch die Rede.

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