Streik bei Ikea: Beschäftigte im Handel wollen sechs Prozent mehr Geld

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Streik bei IKEA

Kassel. Bei Ikea in Kassel streiken die Beschäftigten am Freitag für mehr Lohn und Gehalt. Etwa drei Viertel der Tagesbelegschaft hat sich mit Transparenten und Fahnen vor dem Waldauer Möbelhausgelände versammelt.

Nach Angaben der Gewerkschaft Ver.di ist es im Raum Kassel der erste ganztägige Ausstand zur laufenden Tarifrunde im Handel.

Der Verkauf geht unterdessen weiter, organisiert von Führungskräften und einigen verbleibenden Mitarbeitern. Ikea-Kunden, die zu Selbstbedienungsartikeln griffen, kamen am Vormittag recht zügig durch die Kassen. Überall dort, wo Beratung erforderlich ist, kommt es allerdings zu merklichen Einschränkungen. Und seit 11 Uhr, so wurde per Durchsage bekannt gemacht, ist das Ikea-Restaurant geschlossen.

Der Streik begann um 4 Uhr mit Arbeitsbeginn für die ersten Logistik-Beschäftigten. Er soll noch bis Betriebschluss um 22 Uhr andauern.

Die gewerkschaftich organisierten Ikea-Leute wollen Druck machen, um eine sechsprozentige Lohn- und Gehaltserhöhung zu erreichen. Mindestens 120 Euro mehr müsse für jeden herauskommen, fordern sie. Die Arbeitgeberseite hat bislang ein Tarifplus von 1,1 Prozent angeboten.

„In der Branche wird derzeit recht gut verdient, das steht in keinem Verhältnis zur Arbeitsbelastung der Beschäftigten im Handel“, sagte Gewerkschaftssekretärin Erika Preuss von Ver.di.

Etwa zwei Drittel der 250 Kasseler Ikea-Leute seien in Teilzeit oder nur stundenweise beschäftigt, sagte Betriebsratsvorsitzende Dagmar Tonn, die auch Mitglied der Tarifkommission ist. Darunter viele Frauen, die mit dem schmalen Verdienst noch ein Kind ernähren müssten. „Die sind ziemlich mies dran“, sagte die Arbeitnehmervertreterin. Denn weil diese Beschäftigten flexibel und oft recht kurzfristig zum Dienst eingeteilt würden, könnten sie nicht so einfach einen weiteren Job annehmen. (asz)

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