Auf der Suche nach Entspannung

Buddhisten treffen sich in Kassel: Tausende meditieren in den Messehallen

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In Kassel sind über Ostern zum siebten Mal Tausende von Menschen, die sich für den Weg des Buddhismus entschieden haben, in den Messehallen zu Gast. 

Simona schließt die Augen. Immer wieder greift sie nach dem Reis im Tuch auf ihrem Schoß und lässt ihn auf eine Mandala-Scheibe fallen. Er rieselt zurück, dann greift Simona wieder in das Tuch. 111.111 Mal muss die junge Tschechin diese eine der vier Grundübungen im Diamantweg-Buddhismus wiederholen. Die vier Grundübungen sind die Basis für die weiterführende Meditation. „Bei den Mandala-Gaben füllt man den Geist mit guten Eindrücken auf und schenkt sie Buddha“, sagt Nadia Wyder, Pressesprecherin des Buddhistischen Dachverbands Diamantweg. „Das entspannt den Geist.“

In Kassel waren über Ostern zum siebten Mal Tausende von Menschen, die sich für den Weg des Buddhismus entschieden haben, in den Messehallen zu Gast. Die wichtigsten Zahlen.

2 Tage dauert laut Veranstalter Christian Friederich der Aufbau, zwei Tage auch der Abbau. Über 300 Freiwillige packten dabei an. „Das ist spitze“, lobt Friederich.

5 große Weltreligionen gibt es: Christentum, Islam, Hinduismus, Judentum und Buddhismus. Mit schätzungsweise zwischen 460 und 500 Millionen Anhängern weltweit ist der Buddhismus die viertgrößte Weltreligion.

6 Tage dauerte das Camp. Auf dem Programm standen Vorträge, Meditation mit Lama Ole Nydahl und Diamantweglehren in den Kasseler Messehallen.

55 Mannschaftszelte, die als Schlafplatz dienen, wurden in den drei Hallen errichtet. In einem Zelt finden zwölf Menschen Platz. Dazwischen standen zwischen 300 und 400 kleinere Zelte, die die Besucher mitbrachten. „Und rund 500 Feldbetten“, sagt Friederich.

60 Länder sind vertreten– mittlerweile reisen die Teilnehmer laut Friederich nicht mehr nur aus Deutschland und dem europäischen Ausland nach Kassel zum Buddhisten-Camp an, sondern aus der ganzen Welt. „Wir haben zum Beispiel Teilnehmer aus Nord- und Südamerika da, Russland und auch Australien“, sagt Friederich.

78 Jahre alt ist Lama Ole Nydahl, einer der bekanntesten westlichen Lehrer des Buddhismus. Er lehrt die Grundlagen des Buddhismus und die traditionellen Meditationen der Karma-Kagyü-Schule (gespr. Kadschü) – eine der vier großen buddhistischen Schulen Tibets. Nydahl gründete mit seiner Frau, die 2003 verstarb, weltweit insgesamt 656 Meditationszentren.

80 Wohnmobile und Camper reihten sich aneinander auf dem Parkplatz des Messegeländes. Friederich sagt: „Immer mehr verstehen, dass es bequem ist, so anzureisen. Jedes Jahr werden es mehr.“

90 Jahre und älter sind laut Friederich die ältesten Teilnehmer. Auch viele Jugendliche seien dabei. „Und viele Teilnehmer haben ihre Kinder dabei. Hier findet man jedes Alter.“

4000 Menschen nahmen laut Friedrich bislang teil. Jeden Tag reisten seinen Schätzungen zufolge zwischen 1000 und 1500 Buddhisten an und ab. Insgesamt erwartete er 6000 Menschen. 

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