Ausbreitung soll effektiver verhindert werden

Test gegen Blaualgen: Kies statt Sand am Kasseler Buga-Strand

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Mit einer Handvoll Flusskies: Jörg Gerhold, der Leiter für Grünflächen des städtischen Umwelt- und Gartenamtes, am Strand 4 des Bugasees. Dort wurden im Uferbereich Schlamm ausgebaggert und 100 Tonnen Kies statt Sand aufgefüllt. 

Kassel. Strand 4 des Bugasees, der erste an der Südseite des Gewässers, gilt ab sofort als Testgebiet. 100 Tonnen Schlamm ließ jetzt die Stadt Kassel dort am Ufer ausbaggern.

Aufgefüllt wurde dieser Bereich nicht wie sonst üblich mit Sand, sondern erstmals mit feinkörnigem Flusskies. Mehr als 10.000 Euro lässt sich die Stadt Kassel den Kies-statt-Sand-Test kosten, berichtet Jörg Gerhold, der Abteilungsleiter Grünflächen im Umwelt- und Gartenamt. Damit setze man die Idee der Kasseler Nachwuchsforscher Hannah Kramer und Leon Kausch um, die mit ihrer Arbeit zum Thema Bugasee den Landeswettbewerb „Jugend forscht“ gewonnen hatten.

Nach Gerholds Angaben hat die Auffüllung mit Kies zwei Vorteile: Erstens werde mit der Entfernung des Schlamms den Blaualgen der Nährstoff-Nachschub entzogen, der Kies decke den nährstoffreichen Boden des Sees besser ab als Sand. Zweitens sei der gewaschene und aufgefüllte Flusskies (Körnung: zwei bis acht Millimeter) durchlässiger als Sand. Deshalb hoffe man auf eine höhere „Selbstreinigungskraft“, die dafür sorge, dass der auf dem Strand herumliegende Kot von Gänsen und Enten besser mit dem Wasser weggespült werde.

Wie Gerhold berichtet, soll der Flusskies zunächst lediglich an diesem einen Strandbereich ausprobiert werden. Ab nächster Woche sollen die anderen Strände des Bugasees wie gewohnt mit Sand aufgefüllt werden.

Für die letzte Juli-Woche ist am Bugasee ein Arbeitseinsatz vorgesehen, der nach Gerholds Einschätzung notwendig ist und doch immer wieder für Diskussion sorgt: die Unterwassermahd. Gemäht werden sollen die Unterwasserpflanzen in den Bereichen der Strände und in Teilen des FKK-Sees. Das Dilemma, so der Experte: Die großblättrigen Unterwasserpflanzen decken den nährstoffreichen Boden des Sees auch vor starker Sonneneinstrahlung ab. Sie verhindern damit eine Ausbreitung der gesundheitsschädlichen Blaualgen. „Am besten wäre es daher, wenn wir gar nicht mähen würden.“

Wird aufs Mähen verzichtet, wachsen die Unterwasserpflanzen aber so hoch, dass sie ein anderes Problem verursachen können: Schwimmer, die sie berühren, geraten in Panik. Deshalb sollten Unterwasserpflanzen am besten dann gemäht werden, wenn sie noch 50 Zentimeter unter der Wasseroberfläche sind.

Schwimmern, die eine Unterwasserpflanze berühren, rät Gerhold zum Ruhebewahren und Rückenschwimmen. In dieser Position tauche der Körper am wenigsten in das Wasser ein. 

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