15.000 Oldtimer-Fans kamen in die Kasseler Messehallen

Technorama: Teure Sportrennwagen zogen viele Blicke auf sich

Nur gucken, nicht kaufen: Marc Heßler aus Wolfenbüttel war mit mehreren Freunden auf der Technorama unterwegs und fotografierte den Sportrennwagen Lola T 70 Spider, der 450 000 Euro kosten soll. Fotos:  Schachtschneider

Kassel. Am Wochenende gab es zum 31. Mal den Oldtimermarkt Technorama in den Kasseler Messehallen. Nach Angaben von Veranstalter Jens Güttinger aus Ulm kamen 15.000 Oldtimer-Fans.

Es riecht nach Gummi, Öl und Lösungsmittel. Ab und zu heult ein Motor auf. Und überall stehen Männer auf der Suche nach Kotflügeln, Lenkrädern oder Rücklichtern.

„Wir sind sehr zufrieden.“ Veranstalter Jens Güttinger aus Ulm sagt, dass es sich bei mindestens 80 Prozent der Besucher um Männer handelt. Das sei aber auch ganz gut so. „Fürs Geschäft ist es oft hinderlich, wenn die Frauen dabei sind. Die sagen dann zu oft zu ihren Männern: Das brauchst Du nicht.“

Ersatzteile für Autos und Motorräder gibt es an zahlreichen Ständen. So auch bei Oldtimer-Liebhaber Manfred Scheuermann aus Kitzingen, der seit 45 Jahren Zubehör sammelt. Scheuermann hat sich auf das Mercedes 220 SEb Coupé (Baujahr 1964 bis 68) spezialisiert. War Scheuermann am Samstag mit den Geschäften noch ganz zufrieden, war er am Sonntag nicht mehr so begeistert. „Sonntags kommen die Leute, die nur gucken wollen.“

Wer alle Originalteile für seinen Oldtimer zusammen hat und wissen will, wie das Auto funktioniert, der ist bei Lothar Peifer an der richtigen Adresse. Der Händler aus Duisburg bietet Betriebsanleitungen an. Seine wertvollsten Stücke? Eine Betriebsanleitung für eine Mercedes 280 SL Pagode (Baujahr 1969). Die kostet 150 Euro, hat aber keinerlei Gebrauchsspuren.

Das sieht bei der Motorradbekleidung, die Frank Rettig aus Braunschweig anbietet, ganz anders aus. Die Jacken, Hosen und Helme stammen aus den 1930er bis 80er Jahren und sehen zum Teil sehr benutzt aus. Eine abgetragene Lederjacke aus den 1930er-Jahren, die den heutigen Sicherheitsstandards nicht genügt und muffig riecht, kostet um die 150 Euro. „Die Leute wollen das auch tragen. Die wollen so aussehen wie ihr Motorrad“, sagt Rettig.

Technorama in Kassel

Sehr viel Geld kann man bei Händler Detlef Kroh (Automobil Manufaktur Kassel) ausgeben. Hier gibt es die richtig heißen Karren. Zum Beispiel den zweisitzigen Rennsportawagen Lola T 70 Spider, der auch schon von dem britischen Formel1-Weltmeister John Surtees gefahren wurde. Der blaue Flitzer, der nur für Rennstrecken zugelassen ist, hat 550 PS, wiegt 650 Kilo und fährt bis zu 330 km/h. Kosten: 450.000 Euro. Und wie sieht es mit dem Verbrauch aus? „Darüber reden wir lieber nicht“, sagt Kroh. Der Händler verrät allerdings, dass der Lola zwei Tanks mit je 60 Liter hat und man damit rund eine Stunde fahren kann.

Solche Autos ziehen viele Blicke auf sich. Marc Heßler aus Wolfenbüttel fotografiert den Rennwagen. „Nur gucken, kaufen und fahren sind ausgeschlossen“, sagt Heßler, der mit seinen Kumpels am Sonntag unterwegs ist. Die Frauen seien zu Hause geblieben. „Das ist eben so ein Männerding.“

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