Außerhalb der Dienstzeiten tote Vögel bei Feuerwehr melden

Tote Ente am Bugasee: Spaziergänger suchte vergeblich Ansprechpartner

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Fundort: Ein Spaziergänger entdeckte am Samstag im FKK-Bereich des Bugasees eine tote Ente. Er versuchte vergeblich, die Behörden über den Fund zu informieren.

Kassel. Die Vogelgrippe grassiert in Deutschland. Am Wochenende fand ein Spaziergänger am Bugasee eine tote Ente. Er wollte den Fund melden, fand aber keinen Ansprechpartner.

Die Stadt spricht von einer "Verkettung unglücklicher Umstände".

Nachdem vergangene Woche am Twistesee (Kreis Waldeck-Frankenberg) eine tote Ente entdeckt worden war, bei der das gefährliche Virus H5N8 nachgewiesen wurde, hat auch das städtische Veterinäramt die Bevölkerung in Kassel sensibilisiert. Wer einen toten Vogel entdeckt, soll das unverzüglich den Behörden melden.

Dem 27-jährigen Dennis K. aus Kassel kam diese Aufforderung sofort in den Sinn, als er am Samstag am FKK-Gelände am Bugasee spazieren ging und am Ufer eine tote Ente fand. Der Bereich gehört zu der Zone, für die in Kassel seit Samstag Stallpflicht für Geflügel angeordnet ist.

Weil er nicht wusste, ob die Ente an der Vogelgrippe gestorben ist, habe er um 14.23 Uhr die Polizei angerufen, sagt der 27-Jährige. Am Telefon sei ihm mitgeteilt worden, dass die Polizei nicht für tote Tiere zuständig sei. „Dort bin ich richtig abgeschmettert worden“, sagt Dennis K.

Anschließend habe er auch das städtische Amt für Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit angerufen, das für solche Verdachtsfälle eine Telefonnummer veröffentlicht hatte. Doch dort sei am Samstag nur der Anrufbeantworter geschaltet gewesen, sagt der junge Mann: „Ich komme mir total veräppelt vor.“

Nach Angaben von Ingo Happel-Emrich, Sprecher der Stadt, gibt es für solche Fälle eine grundsätzliche Absprache zwischen dem Veterinäramt und der Polizei. Wenn außerhalb der Dienstzeiten ein totes Tier bei der Polizei gemeldet werde, dann sei die Polizei verpflichtet, dies bei der Feuerwehr zu melden.

Das Veterinäramt habe am Montag reagiert und den Ansagetext des Anrufbeantwortes geändert. Dort würden die Anrufer jetzt aufgefordert, tote Vögel außerhalb der Dienstzeiten bei der Leitstelle der Feuerwehr zu melden, so Happel-Emrich.

Polizeisprecher Jürgen Wolf sagt, dass grundsätzlich die Mitarbeiter der Leitstelle im Falle aufgefundener toter Tiere außerhalb der Geschäftszeiten die Feuerwehr verständigen müssten. Versehentlich habe der Beamte am Samstag aber anders gehandelt. Er habe nicht die Feuerwehr informiert und dem Anrufer nur die Nummer des Ordnungsamtes gegeben. Vom Ordnungsamt habe der Mann dann die Nummer des Veterinäramtes bekommen, wo er niemanden erreicht habe, so Wolf.

Er könne gut nachvollziehen, dass der Mann aufgrund der „Verkettung unglücklicher Umstände“ von den Behörden enttäuscht sei. Er habe dem Mann am Montag in einem Telefonat erklärt, dass die Polizei es bedauere, dass die Angelegenheit nicht zufriedenstellend gelaufen sei.

Ob die Ente an der Vogelgrippe gestorben ist, kann nicht mehr geklärt werden. Nach dem Telefonat mit dem Polizeisprecher traf sich Dennis K. am Montag mit Beamten der Wasserschutzpolizei und führte sie zur Fundstelle. Die Ente war aber verschwunden.

Kontakt: Veterinäramt, Tel. 05 61/787-3363; Leitstelle der Feuerwehr, Tel. 05 61/7884-0.

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