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Viele Anwohner in Kasseler Stadtteil nach Kabelschaden seit Tagen ohne TV und Telefon

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Von: Andreas Hermann, Anna-Laura Weyh

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Von einem Kabelriss sind seit Mittwoch rund 120 Wohneinheiten in Waldau betroffen. Nun kündigt Vodafone an, den Schaden im Laufe der Woche zu beheben.

Kassel – Rainer Hocke ist sauer. Seit einer Woche läuft bei dem Waldauer kein Fernsehprogramm mehr. Grund: Bei Bauarbeiten an der Liegnitzer Straße in Kassel hat ein Baggerfahrer ein Kabel vor dem Mehrfamilienhaus durchtrennt, in dem er wohnt. Betroffen sind neben dem 75-Jährigen viele weitere Wohnungen im Bereich Waldemar-Petersen-Straße. Die meisten Anwohner seien seither auch per Festnetz-Telefon nicht mehr erreichbar, so Hocke. Betroffen sind offenbar Kunden von Vodafone.

Seinem Vermieter ist der Kabelschaden bekannt. „Wir warten auch darauf, dass es repariert wird“, sagt Frederik Lang, Sprecher der Nassauischen Heimstätte Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH. Dem Unternehmen gehören 600 der rund 2000 Wohnungen der Wohnstadt. Allein 116 Wohnungen der Nassauischen Heimstätte sind laut Lang von dem bei Arbeiten im Außenbereich beschädigten Kabel betroffen. Das Unternehmen könne aber nichts tun, es sei für die Reparatur nicht verantwortlich, betonte Lang.

Netzausfall in Kasseler Stadtteil: „Rechnungen müssen trotzdem bezahlt werden“

Genau diese Frage treibt Rainer Hocke und seine Nachbarn um. „Es fühlt sich niemand verantwortlich. Seit Tagen passiert hier nichts“, ärgert er sich. Der Waldauer kritisiert, dass die Anwohner, darunter viele ältere Menschen, allein gelassen werden mit der Situation. „Und die Rechnungen müssen ja trotzdem bezahlt werden.“

Anwohner Rainer Hocke steht vor dem Loch mit dem durchtrennten Kabel zwischen den Wohnhäusern.
Anwohner Rainer Hocke steht vor dem Loch mit dem durchtrennten Kabel zwischen den Wohnhäusern. © anna weyh

Dass sich eine Woche danach noch immer nichts tut, liegt offenbar auch daran, dass wichtige Stellen noch keine Kenntnis davon haben. So erklärt Ingo Pijanka, Sprecher der Kasseler Verkehrs- und Versorgungs-GmbH (KVV), es habe vor zwei Wochen eine durch Arbeiten in der Nürnberger Straße durchtrennte Leitung gegeben. Diese sei aber repariert worden. Eine andere Baustelle in diesem Gebiet befinde sich im Kreuzungsbereich Kasseler Straße/Waldemar-Petersen-Straße. Aber, so Pijanka: „Unseren Baubeauftragten ist bisher nicht zugetragen worden, dass hier eine Leitung beschädigt wurde.“

Grundsätzlich müsse die KVV darüber informiert werden, sie informiere dann den Eigner der zerstörten Infrastruktur und der sorge dann für die Reparatur. Aber ohne Kenntnis von einem Schaden könne man ihn auch nicht weitergeben. „In diesem Fall müssen wir uns jetzt erkundigen, was konkret vorgefallen ist“, sagte Pijanka.

Kassel: Rund 120 von Telefon- und TV-Ausfall betroffen

Am Dienstagabend meldete sich ein Sprecher des Telekommunikationsanbieters Vodafone bei unserer Zeitung. Er kündigte an, dass der Kabelschaden noch im Laufe dieser Woche behoben werden soll. Die Techniker seien bereits vor Ort. Es handele sich jedoch um eine „komplexe Reparatur“, da die Kabelverbindung zwischen zwei Wohngebäuden gerissen sei und die Techniker daher nur schwer an die Schadensstelle herankämen, erklärte der Vodafone-Sprecher.

Nach Angaben des Unternehmens sind davon etwa 120 Wohneinheiten in dem Kasseler Stadtteil betroffen. Der Vodafone-Sprecher bat die Kunden wegen des tagelangen Verbindungsausfalls um Entschuldigung. (Andreas Hermann und Anna Weyh)

Weitere Nachrichten aus dem Stadtgebiet: Die Städtischen Werke warnen die Anwohner in Kassel vor gefälschten Schreiben, laut denen die Stadt ihre Heizperioden ändern will.

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