Buchautor soll zur Klärung eingeladen werden

Nach Nazi-Vorwurf: Waldemar-Petersen-Straße behält vorerst Namen

Waldau. Waldemar Petersen, der AEG-Manager, nach dem eine Straße in Waldau benannt ist, hat nach neuesten Forschungsergebnissen eine starke Nähe zu den Nationalsozialisten gehabt. Der Ortsbeirat Waldau sieht aber augenscheinlich keine Notwendigkeit, diese Straße deshalb automatisch umzubenennen.

Dr. Manfred Efinger, Kanzler der Technischen Hochschule Darmstadt, hatte in einer kürzlich erschienenen Biografie über Petersen den Manager als hohen NS-Funktionär mit brauner Vergangenheit bezeichnet. Der Ortsbeirat regte an, der Magistrat solle den Autor nach Kassel einladen, um umfassend über seine Forschungsergebnisse zu berichten. Einen förmlichen Beschluss fasste er nicht.

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Die Stadt Darmstadt hatte umgehend den Straßennamen aus ihrem Stadtplan getilgt. „Ich möchte das Buch lesen, um die Person als ganzes zu bewerten“, sagte Jürgen Blutte (Grüne). Die Tatsache, dass Petersen „Wehrwirtschaftsführer“ gewesen sei, sei „ein bisschen wenig“. Ähnlich äußerte sich Ortsvorsteher Joachim Bonn (SPD). Seiner Kenntnis nach habe Petersen keine politische Tätigkeit ausgeübt und sei immer nur in Zivil aufgetreten. Er sei ein verdienter Wissenschaftler gewesen. Letztlich sei es Sache des Magistrats, die Initiative für eine Umbenennung der Straße zu ergreifen. (pdi)

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