Mieten werden angehoben

Wohnstadt investiert 17 Millionen für Häuser in Waldau

So viele Mieter wie sonst nirgends: In der Waldemar-Petersen-Straße 37 wohnen 67 Parteien. Ihr größtes Haus im Stadtteil will die Wohnstadt demnächst renovieren, als eines der letzten in Waldau. Foto: Malmus

Waldau. Der Großteil ist geschafft, bis Ende dieses Jahres wird die Nassauische Heimstätte/Wohnstadt Kassel, 480 ihrer insgesamt 607 Wohnungen im Kasseler Stadtteil Waldau renoviert haben.

Kaum eine andere Immobiliengesellschaft investiere so umfangreich, wie Jürgen Bluhm, Leiter des hiesigen Regionalcenters, kürzlich im Ortsbeirat berichtete.

Die restlichen 20 Prozent des Wohnungsbestandes in Waldau würden in den kommenden fünf Jahren erneuert. Dann wird die Wohnstadt knapp 17 Millionen Euro in Waldau investiert haben. „Wir hatten energetisch einiges aufzuholen“, sagte Bluhm.

Wie die vergleichsweise niedrige Fluktuation von unter fünf Prozent zeige, würden sich die Investitionen lohnen. „Wir spüren eine starke Nachfrage auch von Mietern anderer Anbieter am Markt“, sagte Bluhm. Inzwischen gebe es für einige Wohnungen sogar Wartelisten.

Zwar komme der Stadtteil in der allgemeinen Wahrnehmung manchmal nicht ganz so gut weg, aber „für uns ist das ein hervorragender Standort“, sagte Bluhm. „Waldau wird von außen problematischer gesehen, als von den Waldauern selbst.“

Allerdings räumte er ein, dass die Investitionen für die Mieter nicht kostenneutral zu stemmen seien. Um etwa sechs bis sieben Prozent würden die Mieten angehoben. Damit bleibe die Wohnstadt unter dem Satz von elf Prozent, der möglich sei. Die Kaltmiete liege bei der Wohnstadt durchschnittlich bei „sehr günstigen“ 4,55 Euro pro Quadratmeter.

Mietsteigerungen würden sich ein Stück ausgleichen, weil nach den Modernisierungen weniger Energiekosten anfielen. In dem Bereich seien Einsparungen von bis zu „60 bis 70 Prozent realistisch“, sagte Bluhm, was einige anwesende Mieter anzweifelten.

Auch abgesehen von den Investitionen engagiere sich die Wohnstadt stark in Waldau. Mit der städtischen GWG würden Mietkosten für den Treffpunkt Samowar übernommen. Im Ferienbündnis sei die Wohnstadt ebenso aktiv wie mit einem eigenen Sozialmanagement und einer Mietschuldnerberatung – „wir wollen nicht einfach kündigen, sondern gemeinsam mit unseren Mietern Lösungen finden“, sagte Bluhm dazu. Außerdem habe die Wohnstadt einen eigenen Hausbetreuer in Waldau, der schnell „und nicht erst nach Wochen reagieren kann“.

„Das macht richtig Mut“, sagte Ortsvorsteher Joachim Bonn (SPD) zu Bluhms Bericht. Zugleich wurde die Sorge deutlich, dass sich der Ortsbeirat auch von anderen großen Immobilienfirmen wie der österreichischen Buwog vergleichbare Investitionen wünsche. Die GWG habe mit Modernisierungen begonnen. „Andere ziehen aber noch nicht mit“, bestätigte Bluhm, ohne Namen zu nennen.

Von Claas Michaelis

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