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Waldauer Wiesen: Es geht aggressiv zu

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Waldauer Wiesen: Es geht aggressiv zu

Kassel. Spieler von Kasseler Fußballvereinen berichten, dass sie ungern auf den Waldauer Wiesen spielen. Das Aggressionspotenzial bei Mannschaften, die dort beheimatet sind, sei höher als bei anderen Teams.

Am Sonntag war es bei einem Spiel zwischen N.K. Hajduk Kassel und der SVH Kassel zu einer Massenschlägerei gekommen. Bis zu sechs Männer kamen auf den Platz und attackierten einen Spieler von Hajduk. Ein Disput zwischen Albanern soll Ursache für die Massenschlägerei sein.

Unterdessen müssen sich einige Kasseler Fußballklubs die Frage gefallen lassen, ob sie nicht einen wertvolleren Beitrag zur Integration geleistet hätten, wenn sich Fußballer mit ausländischen Wurzeln deutschen Klubs angeschlossen hätten, statt neue Vereine zu gründen, in denen sie weitgehend unter sich geblieben sind.

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„Wir haben unseren Klub im Jahre 1971 gegründet, weil die Gastarbeiter, die einst nach Deutschland kamen, die Kultur ihres Heimatlandes weiterhin pflegen wollten“, sagt Domingo Moral, Abteilungsleiter beim CF Futbol Espanol. Der spanische Verein ist allerdings im Laufe der vergangenen 42 Jahre von 500 auf 70 Mitglieder geschrumpft.

Mehr Zulauf haben beispielsweise türkische Klubs. In Kassel und Baunatal gibt es derzeit elf Fußballklubs, in denen hauptsächlich Spieler mit ausländischen Wurzeln aktiv sind. (use/geb)

Nicht nur am Ball geht es oft rund

Fußball auf den Waldauer Wiesen: Einige Mannschaften spielen dort wegen großer Aggressivität nur ungern

Auch wenn er so eine Massenschlägerei wie am Sonntagnachmittag auf dem Spielfeld noch nie zuvor erlebt habe, spielten viele Kasseler Mannschaften ungern auf den Waldauer Wiesen, sagt ein Fußballer. „Das Aggressionspotenzial ist da besonders hoch.“ Da stünden viele Männer auf dem Platz, die ihre Wut, die sich unter der Woche angestaut habe, abreagierten. „Da trifft sich gerade nicht immer die Intelligenz auf dem Platz.“ „Wir waren perplex“, sagt ein Anhänger der SVH Kassel, der das Spiel seiner Mannschaft gegen N.K. Hajduk Kassel (Fußball-Kreisoberliga) anschaute.

Plötzlich seien sechs Typen aus den Büschen gekommen, darunter ein Glatzkopf mit Teleskopschlagstock, und hätten einen Spieler von Hajduk angegriffen. Dem 24-jährigen Abwehrspieler war dabei der Unterarm gebrochen worden. Nachdem das Team von Hajduk ihren Mitspieler verteidigt hätte, habe sich eine Massenschlägerei entwickelt. „Das ging alles ganz schnell, zum Glück war aber auch die Polizei schnell vor Ort“, sagt der Zuschauer.

Die Harleshäuser Spieler und Fans beobachteten das alles von außen. Nach Angaben von Polizeisprecher Torsten Werner würde die Polizei allerdings nicht häufiger zu den Waldauer Wiesen als zu anderen Fußballplätzen gerufen. „Solche Einsätze sind ohnehin sehr selten. Zwei- bis dreimal im Jahr werden wir auf einen Fußballplatz gerufen.“

Bei der Stadt Kassel, Eigentümerin der Sportstätte Waldauer Wiesen, will man sich zu der Gewalt vom vergangenen Wochenende beziehungsweise zu Problemen auf den Waldauer Wiesen nicht äußern. Das sei Angelegenheit des Fußballverbandes, der Vereine oder der Polizei, sagt Sprecher Ingo Happel-Emrich. Natürlich spreche sich die Stadt grundsätzlich gegen Gewalt aus.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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