Waldeck-Frankenberg vorn

Strom aus Erneuerbaren ist auf dem Vormarsch – Große regionale Unterschiede

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Hauptstromlieferanten: Solar- und Windkraftanlagen produzieren mehr als zwei Drittel des Ökostroms in der Region. Der Rest kommt aus Biogasanlagen oder der Wasserkraft.

Kassel. Nordhessen hat 2012 fast 1,2 Milliarden Kilowattstunden (kWh) aus erneuerbaren Quellen gewonnen. Das entspricht dem Jahresverbrauch von 343.000 durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalten. Damit ist die Region beim Haushaltsstrom rein rechnerisch Energie-autark.

Nicht in den Zahlen enthalten ist der Strom, den Industrie, Handel, Gewerbe, öffentliche Verwaltungen und andere Institutionen und Einrichtungen verbrauchen.

Besonders weit in Sachen Energiewende ist der Kreis Waldeck-Frankenberg, in dem ein Drittel des regionalen Grünstroms produziert wurde, nämlich fast 400 Mio. kWh. Pro-Kopf sind das 2540 kWh im Jahr – so viel wie in keiner anderen Region Nordhessens. Im Landkreis Kassel, dem zweitgrößten Biostrom-Erzeuger in Nordhessen, waren es 322 Mio. kWh und somit 1375 kWh je Einwohner. Am wenigsten Grünstrom sowohl in absoluten Zahlen als auch im Verhältnis zu den Einwohnern wurde in der Stadt Kassel produziert – nämlich nur 51 Mio. kWh und damit nur 264 kWh je Einwohner. Das liegt daran, dass es in Städten sehr viel weniger Flächen für Solar- und so gut wie keine Standorte für Biogas- und Windkraftanlagen gibt.

Der Erneuerbaren-Mix ist von Kreis zu Kreis sehr unterschiedlich. Während im Schwalm-Eder-Kreis 2012 mehr als die Hälfte des Öko-Stroms aus Solaranlagen stammte, war es im Kreis Waldeck-Frankenberg nur knapp ein Viertel. Der hatte mit 44 Prozent den größten Windenergie-Anteil, den kleinsten hatte der Werra-Meißner-Kreis mit nur elf Prozent. Die Stadt Kassel steht hier bei null, rangiert aber bei der Biomasse mit großem Abstand an erster Stelle in der Region. Der Grund: Die Städtischen Werke betreiben im Industriepark Werk Mittelfeld ein großes Kraftwerk, das mit Altholz befeuert wird.

Neue Internet-Plattform

Die Zahlen stammen von der neuen Plattform www.energiewende-nordhessen.com Dort findet man Steckbriefe einzelner Anlagen in der Region und einen Rechner, der sowohl die aktuelle Ökostrom-Einspeisung anzeigt als auch die künftige prognostiziert. Gestern Mittag beispielsweise standen bei strahlendem Sonnenschein fast 350 Megawatt (MW) Sonnenstromleistung zur Verfügung. Das entspricht einem Drittel Großkraftwerk. Beim Wind waren es angesichts des extrem ruhigen Frühjahrswetters nur vergleichsweise mickrige sieben Megawatt. In den nächsten Tagen geht diese Kurve aber nach oben, weil es windiger wird.

Arbeitsschwerpunkte der Stiftungen der SMA-Gründer sind zum einen die Elektrifizierung netzferner Gebiete in Entwicklungsländern mit Erneuerbaren-Technologien sowie die Förderung der Energiewende in Nordhessen.

Von José Pinto

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