Kassels Regierungspräsident und Modelleisenbahnfreund Dr. Walter Lübcke wird heute 60 Jahre alt

Ein Waldecker durch und durch

Feiert heute Geburtstag: Walter Lübcke. Archivfoto: Koch

Kassel. Als Dr. Walter Lübcke vor über vier Jahren sein Amt als Regierungspräsident antrat, bekam er von den Mitarbeitern zum 56. Geburtstag einen Waggon für seine Modelleisenbahn geschenkt: Einen Personenwagen, Deutsche Reichsbahn, 3. Klasse.

„Das passt“, sagte Walter Lübcke damals. Denn so einer wie er ist immer vorn, aber nie in der ersten Klasse. „Volksnah, erdverbunden, geradeaus, bescheiden, aufrichtig“, beschreibt er Menschen, die in Waldeck geboren sind. Lübcke ist Waldecker. Durch und durch. Aus Überzeugung und Begeisterung.

Die Modelleisenbahn ist inzwischen eingemottet. Aus Zeitmangel zum einen, zum anderen stand sie jahrelang im Wohnzimmer. „Meine Frau hatte die Idee, dort Polstermöbel aufzustellen“, scherzt Lübcke. Am heutigen 22. August wird der Hobby-Eisenbahner und Landwirt 60 Jahre alt. Seinen Geburtstagswunsch traut er sich kaum zu äußern: Den „Posthornsatz“, postfrisch für seine Briefmarkensammlung. Die hat er vom Opa geerbt.

Doch der Posthornsatz ist mit etwa 800 Euro nicht gerade billig, und darum hat der Regierungspräsident eigentlich einen ganz anderen Wunsch, der nichts kostet, außer vielleicht Mühe und Engagement von allen: Dass es weiter aufwärtsgeht mit der Region. Man sei schon ziemlich weit oben auf der Erfolgsleiter angelangt, sagt Lübcke: „Wir haben hier eine niedrigere Arbeitslosenquote als in den Regierungsbezirken Gießen und Darmstadt.“

Aber natürlich könnte es noch weiter aufwärtsgehen. Dabei setzt der Regierungspräsident auf den Ausbau der Infrastruktur - die A 44, A 49, die Verbindung Olpe-Hattenbach, eine Mitte-Deutschland-Verbindung der Bahn und auch die Weser schiffbar zu erhalten für größere Transporte auf dem Wasser - all dies liegt Lübcke am Herzen. Und der Flughafen Calden? „Der ist zumindest pünktlich fertig geworden“, sagt Lücke. „Und bei aller Kritik vergisst man, dass er nicht nur ein Reiseflughafen ist für Touristen, sondern auch ein Geschäftsflughafen.“

Dass er als „Dirigent eines großen, guten Orchesters“, wie er sagt, all diese Themen weiter fördern kann, liegt am Ausgang der Wahl am 22. September: Bleibt Bouffier, bleibt Lübcke. Kommt Schäfer-Gümbel, geht Lübcke. Auch von sich aus.

Natürlich hofft er, im Amt zu bleiben. Müde ist er nicht und außerdem: „Das hat der Region doch nicht geschadet.“ Da ist der Waldecker ein einziges Mal ganz unbescheiden.

Von Frank Thonicke

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