Auebad-Baustelle: Baugrund wird für das Kombi-Bad vorbereitet

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Dicht am Wasser: Unser vor wenigen Tagen aufgenommenes Luftbild zeigt die Baustelle am Auedamm, wo am Fuldaufer das neue kombinierte Frei- und Hallenbad entsteht.

Kassel. Auf dem Auebad-Areal hat sich seit Mitte Dezember, als es hier den ersten Spatenstich für das neue Kombi-Bad gab, eine Menge getan. Die alten Bauten sind bis auf den denkmalgeschützten Zehn-Meter-Turm, der erhalten bleibt, verschwunden.

„Im Mai soll hier mit den Rohbauarbeiten begonnen werden“, sagt Bauleiter Karsten Luttrup-Bauer von der KVV Bau- und Verkehrsconsulting.

550 Meter lange Spundwand

Mit schweren Geräten wird zurzeit der Baugrund vorbereitet. Dafür sind Tiefbau-Experten mit beeindruckenden Präzisionsarbeiten beschäftigt: Um die Baustelle an der Fulda vor eindringendem Wasser zu schützen, werden rundherum Stück für Stück zehn Meter hohe Stahlelemente ins Erdreich getrieben und zu einer insgesamt 550 Meter langen Spundwand aneinandergefügt. „Das ist eine Technik, die vor allem aus dem Wasserbau bekannt ist“, sagt Luttrup-Bauer.

Steht das Bollwerk aus Spundwand, wird die Baustelle zwischenzeitlich trockengelegt, indem Brunnen das Grundwasser abpumpen. Erst danach wird der Boden ausgehoben und eine Schotterdecke aufgefüllt.

Zwei Tonnen schwer

Mit dem Einbringen der Spundwand sind zwei Spezialisten der Firma Rammtek aus Felsberg beschäftigt: Während Ulrich Wagner mit dem Bagger die je zwei Tonnen schweren Elemente in die Erde drückt, ist Michael Skotarzack mit der Wasserwaage am Werk und sorgt dafür, dass alles millimetergenau zusammenpasst. Dabei wird nicht in Stößen gerammt, sondern die Elemente werden in die vorgebohrten Stellen vibrierend ins Erdreich getrieben, erklärt Claudia Behmer von der Bauleitung: „Das ist viel leiser.“

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Was nach diesen Vorbereitungsarbeiten folgt, ist von großer Bedeutung für den Fortgang der Baustelle: Es werden insgesamt 600 tiefe Betonpfähle in den Boden gebohrt. Sie werden später die Lasten der Bodenplatte aufnehmen, verankern das Bauwerk im Erdreich und bilden damit quasi das Fundament.

Eine andere wichtige Arbeit vor dem Start der Erdarbeiten hat bereits der Kampfmittelräumdienst geleistet. 150 scharfe Brandbomben seien von den Spezialisten auf dem Schwimmbad-Areal geborgen worden, sagt Luttrup-Bauer. Zusätzlich mussten drei Anhänger von Militärfahrzeugen entsorgt werden. Sie waren in alten Bomben-trichtern vergraben.

Das neue Kombi-Bad wird für 30 Millionen Euro nach Plänen des Münchner Architekturbüros Löweneck + Schöffer gebaut. Es soll im Frühjahr 2013 eröffnet werden.

Von Christina Hein

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