Tipps vom ADAC

Reifenwechsel 2019: Wird es jetzt Zeit für Sommerreifen?

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Bis Ostern dauert es noch, doch die Temperaturen steigen bereits. Wird es schon Zeit für Sommerreifen?

Brauchen wir aktuell schon Sommerreifen? Und worauf sollte man beim Wechsel achten? Die wichtigsten Infos.

Aktualisiert am 5. April - Die Faustregel für den Reifenwechsel lautet: „Von O bis O“ – also: Von Oktober bis Ostern sollten Autofahrer Winterreifen nutzen. In diesem Jahr ist Ostersonntag allerdings erst am 21. April und am Wochenende können die Temperaturen im Raum Kassel bereits zum wiederholten Mal auf 19 Grad klettern. Macht es bei einem solch frühlingshaften Wetter Sinn, noch Winterreifen zu fahren? Wir haben über die Vor- und Nachteile mit dem ADAC gesprochen. Die wichtigsten Infos:

Wann Sommerreifen 2019?

Erfahrungsgemäß sollte man nach Ostern auf Sommerreifen wechseln, sagt Cornelius Blanke vom ADAC Hessen-Thüringen. „Es sei denn, entsprechende Wetterprognosen raten zum Verbleib der Winterreifen.“ Sobald eine Dauertemperatur über 12 bis 15 Grad gemessen wird, können die Reifen auch früher gewechselt werden. 

Ende dieser Woche werden im Raum Kassel zwar bereits 19 Grad erwartet, allerdings rutschen die Temperaturen in der kommenden Woche möglicherweise nachts noch mal auf 3 Grad ab. Ganz auszuschließen ist es nicht, dass es im April noch einmal glatt wird. 

Kann man das ganze Jahr Winterreifen nutzen?

Eine gesetzliche Vorschrift, bei warmem Wetter Sommerreifen zu fahren, gibt es nicht. Allerdings rät der ADAC dennoch dringend zum Wechsel: Es könne sogar gefährlich werden, ganzjährig Winterreifen zu nutzen, da sie bei wärmeren Temperaturen schneller verschleißen und daher keine so gute Verkehrssicherheit wie Sommerreifen gewährleisten. 

Sommerreifen sind freiwillig, Winterreifen sind bei bestimmten Wetterverhältnissen aber Pflicht. Hier haben wir alles rund um den Wechsel auf Winterreifen zusammengetragen.

Eine Alternative sind Ganzjahresreifen. Diese sollten aber nur von Wenigfahrern genutzt werden, die jährlich nicht mehr als 10.000 Kilometer zurücklegen und den Winter nicht in Höhenlagen verbringen. „Ganzjahresreifen sind stets nur die zweitbeste Lösung“, sagt Blanke.

Wie lange dauert ein Reifenwechsel?

Bei einem Reifenfachhandel dauert der Wechsel in der Regel etwa 30 Minuten – außer der Arbeitsaufwand ist bei einem bestimmten Auto höher oder es wollen viele Fahrer gleichzeitig wechseln lassen, sodass sich die Wartezeit verlängert.

Worauf sollte man achten, wenn man die Reifen selbst wechselt?

Wichtig sind laut ADAC die richtigen Werkzeuge. Benötigt werden: 

  • ein stabiler Wagenheber
  • Unterstellbock
  • Radkreuz
  • Drahtbürste
  • Schlüssel für Felgenschloss sowie Drehmomentschlüssel

Liegt das Werkzeug bereit, sollten Sie wie folgt vorgehen:

  1. Handbremse anziehen und ersten Gang einlegen; bei Automatik den Wählhebel in Stellung "P" bringen 
  2. Radmuttern oder -bolzen zunächst etwa eine viertel Umdrehung lösen 
  3. Wagenheber an der korrekten Stelle des Unterbodens ansetzen 
  4. Fahrzeug anheben bis die Montagehöhe erreicht ist 
  5. Radmuttern ganz abschrauben
  6. Rad abnehmen und unter das Fahrzeug legen 
  7. Der Reifen, der in der Vorsaison auf der Vorderachse angebracht war, kommt auf die Hinterachse und umgekehrt 
  8. Vor dem Aufstecken des neuen Rades die Radauflageflächen reinigen 
  9. Neues Rad aufsetzen und alle Radmuttern mit dem Radkreuz handfest anschrauben 
  10. Auto soweit herunterlassen, dass der Reifen gerade am Boden aufsteht 
  11. Radmuttern mit dem vorgeschrieben Drehmoment über Kreuz anziehen. Hier mit großer Sorgfalt vorgehen 
  12. Die abmontierten Reifen auf der Lauffläche kennzeichnen, zum Beispiel mit Wachskreide ("VR" für "Vorne rechts", "HL" für "Hinten links" etc.) - so vermeiden Sie beim nächsten Wechsel Unklarheiten

Sommerreifen Profil: Aber welcher Profiltiefe muss man Autoreifen entsorgen?

Das Hauptprofil der Reifen, also der mittlere Bereich der Lauffläche, muss mindestens 1,6 Millimeter tief sein. Der ADAC empfiehlt allerdings, die Sommerreifen bereits bei drei Millimetern und die Winterreifen bei vier Millimetern zu entsorgen.

Wie entsorgt man Autoreifen?

Der Reifenhändler oder das Autohaus, bei dem neue Reifen gekauft werden, nehmen auch die alten entgegen, um sie zu entsorgen.

Wie viel kostet die Entsorgung von Autoreifen?

In der Regel fallen laut ADAC pro Altreifen Kosten von 1,50 bis 2,50 Euro an.

Sommerreifen: Test 2019 vom ADAC

Beim ADAC-Test von Sommerreifen 2019 gab es keinen Ausrutscher: Zweimal wurden Reifen mit „gut“, 14-mal mit „befriedigend“ bewertet. 

Auf Platz eins ist Bridgestone gelandet: Auf nasser und auf trockener Straße hat er Bestnoten erzielt. Er erzeugt allerdings ein etwas lauteres Geräusch als viele andere Reifen. 

Den zweiten Platz hat Vredestein ergattert: Dieser Reifen hat laut ADAC eine hohe Laufleistung. Zur Abwertung führte bei beinahe allen Reifen eine Schwäche beim Nassgriff. 

Warum sind Autoreifen eigentlich schwarz?

In der Regel sind Autoreifen schwarz – das liegt daran, dass in der Reifenmischung ein Russ-Anteil enthalten ist, so der ADAC.

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