Sauerstoffmangel infolge der Wetterlage als Todesursache

Zu warm, zu trocken: Fischsterben im Park Schönfeld

Kassel. Fischsterben im Park Schönfeld: In einem der vier Teiche, die der Sportanglerverein Chassalla gepachtet hat, sind zahlreiche Fische verendet. Der Grund: vermutlich Sauerstoffmangel.

Experten gehen davon aus, dass das für die Jahreszeit ungewöhnlich warme und trockene Wetter der vergangenen Wochen zu einem Sauerstoffmangel in dem Gewässer geführt hat, der das Fischsterben auslöste.

„Das hat sich inzwischen bestätigt“, sagte am Montag Peter Wüstemann von der Unteren Wasserbehörde. Wasserproben hätten ergeben, dass der Teich nur noch einen Sauerstoffgehalt von 0,5 Milligramm pro Liter aufweise. Der kritische Wert, bei dem es für Fische gefährlich werden könne, liege bei vier Milligramm. Laut Wüstemann wurden 250 tote Fische aus dem Teich geholt. Der Sportanglerverein spricht von Weißfischen wie Rotaugen und Rotfedern, Zandern, Schleien und Barschen, die verendeten. Den Schaden schätzt er auf 1000 Euro.

Die vier Teiche werden vom Schönfelder Bach gespeist, der laut Wüstemann wegen der Trockenheit zurzeit nur spärlich fließt. Der oberste und fischreichste Teich werde zuerst versorgt, der vom Fischsterben betroffene Teich in der Nähe der Frankfurter Straße als letzter. Dies sei auch eine mögliche Erklärung dafür, dass es nur dort zu Problemen gekommen sei. Zu wenig Wasser Der Sauerstoffgehalt im zweiten Teich sei bereits deutlich geringer als im ersten. Er hänge vom Durchfluss ab und von der Temperatur. „Es ist deutlich ein Sauerstoffproblem“, sagte Wüstemann.

„Es fehlt einfach überall an Wasser.“ Möglichweise habe das warme Wetter auch zu einer verstärkten Algenblüte geführt, was einen erhöhten Sauerstoffverbrauch zur Folge habe. Um die Wasserqualität zu verbessern, könne man nun Sauerstoff einleiten oder frisches Wasser in den Teich pumpen. Die Entscheidung liege beim Verein, der das Biotop wieder herstellen müsse. Die Angler haben drei der vier Teiche im Park Schönfeld seit fast zehn Jahren vom Kasseler Entwässerungsbetrieb (KEB) gepachtet. Der Anglersportverein Chassalla, der sich 2008 mit dem Angelsportverein Sandershausen zusammenschloss und 250 Mitglieder zählt, erhofft sich weitere Erkenntnisse von einer Untersuchung der toten Fische durch das Veterinäramt.

„Wir gehen erst einmal von keiner Fremdeinwirkung aus“, sagte Vorstandsmitglied Andreas Zaun. Der Verein, der den Teich seit Sonntag säubert, will die Wasserqualität im Auge behalten. Vermutlich hätten auch andere Angelvereine Probleme wegen Sauerstoffmangels. „Wetterlagen dieser Art bedeuten eine große Gefahr für die Tierwelt“, sagte der Zweite Vorsitzende Dr. Matthias Löffler. Detlef Wagner, beim KEB für Gewässerunterhaltung zuständig, macht ebenfalls das „für die Jahreszeit untypische Wetter“ sowie Schlamm und Laub im Teich für die Probleme verantwortlich. Spaziergänger hatten die toten Fische am Samstagnachmittag entdeckt und Alarm geschlagen.

Von Ellen Schwaab

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