Kriminelle Karriere soll verhindert werden

Warnschussarrest für Jugendliche in Hessen immer öfter verhängt

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Kassel. Hessens Jugendrichter verhängen immer öfter den Warnschussarrest gegen junge Straftäter. Der kurze Aufenthalt im Gefängnis soll kriminelle Karrieren möglichst verhindern.

Bis Ende März dieses Jahres wurden in Hessen 107 Warnschussarreste vollstreckt, die seit März 2013 angeordnet werden können. Im Jahr 2013 gab es 29 Fälle, 2014 bereits 62 Fälle. Im ersten Quartal 2015 wurden bereits 16 Warnschussarreste verhängt.

Hessen gehört zu jenen Bundesländern, die den Warnschuss inzwischen auch im Jugendarrestvollzugsgesetz des Landes festgeschrieben haben. Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) sieht darin die Chance, straffällig gewordenen Jugendlichen Stopp zu sagen und sie wieder auf den rechten Weg zu bringen. Sie ist davon überzeugt, dass die abschreckende Wirkung funktioniert.

„Das hilft mehr als alles Reden und pädagogische Maßnahmen“, sagt Kühne-Hörmann. Schon ein Wochenende hinter Schloss und Riegel könne im Einzelfall ein Umdenken bewirken.

Dauer maximal vier Wochen

Der Warnschussarrest darf maximal vier Wochen betragen und zusätzlich zu einer Bewährungsstrafe verhängt werden. Und zwar dann, wenn der Richter den Eindruck hat, das die Bewährungsstrafe dem straffälligen Jugendlichen das Unrecht seines Verhaltens nicht deutlich genug vor Augen führt, sondern eher wie ein Freispruch empfunden wird. Amtsgerichte in Kassel, Eschwege und Fritzlar haben die Sanktion bereits genutzt.

Wissenschaftler sollen jetzt bewerten, ob der Warnschuss funktioniert. Das Bundesjustizministerium hat das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen in Kooperation mit der Universität Kassel und Prof. Dr. Theresia Höynck mit einer bundesweiten Untersuchung beauftragt. Ergebnisse werden für Anfang 2016 erwartet.

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