Warnstreik der Lokführer: Verspätungen auch in Kassel

Kassel. Schon wieder standen die Pendler am Gleis und warteten. Diesmal nicht wegen des Winterwetters, sondern wegen der warnstreikenden Lokführer. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte für den heutigen Dienstagmorgen zu dem bundesweiten Streik aufgerufen.

Vor allem zwischen sechs und acht Uhr mussten sich Bahnreisende daher auf Behinderungen im Personennah- und Fernverkehr einstellen. In Kassel beteiligten sich knapp 20 GDL-Mitglieder am Warnstreik. Am Bahnhof Wilhelmshöhe kam es teilweise zu zweistündigen Verspätungen von Fernverkehrszügen, auch am Hauptbahnhof verzögerten sich einige Regionalzüge um zwei Stunden. Insgesamt hielten sich die Auswirkungen der Arbeitsniederlegung in Nordhessen aber in Grenzen.

Um acht Uhr beendeten die Lokfahrer ihren Streik, im Fernverkehr werden die Auswirkungen aber vermutlich noch bis in den Nachmittag hinein zu spüren sein.

Die Straßenbahnen im Stadtgebiet Kassel waren laut Thomas Hupfeld, Vorsitzender der GDL-Ortsgruppe Kassel, zufolge nicht betroffen.

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Pünktlich und wie von der Gewerkschaft GDL geplant, hatte der Protest am frühen Morgen um 6 Uhr eingesetzt. Er sei „überall gut angelaufen“, sagte ein GDL-Sprecher in Frankfurt. Im Frankfurter Hauptbahnhof, dem verhekrsreichsten Bahnhof in Deutschland, „stehen praktisch alle Züge im Gleis“, sagte er. Schwerpunkt des Warnstreiks war das Rhein-Main-Gebiet. Ein Bahn-Sprecher sagte in Frankfurt: „Wir fahren uns langsam zu. Auch der S-Bahn-Verkehr ist stark betroffen.“ Nur einzelne Züge und S-Bahnen seien noch unterwegs.

Am Hauptbahnhof der Pendler- und Bankenmetropole war die Lage am Morgen trotz des Ausstandes noch relativ ruhig. Vor den Informationsschaltern und im Reisezentrum bildeten sich keine ungewöhnlich langen Schlangen. Bahnmitarbeiter gaben Kaffee an die Reisenden aus. Auch einzelne Züge fuhren in den Bahnhof ein. An den Bahnsteigen der S-Bahnen in der B-Ebene drängten sich jedoch viele Pendler.

Ob es im Laufe der Woche zu weiteren Warnstreiks kommen wird, konnte er nicht beantworten. Die GDL verspricht aber, ihre Kunden „rechtzeitig“ zu informieren. Die Gewerkschaft fordert einheitliche Standards, also gleichen Lohn, gleiche Zulagen und einheitliche Zugangsvoraussetzungen für alle 26.000 Lokführer in Deutschland auf dem Niveau der Deutschen Bahn, ferner eine Erhöhung des derzeitigen Niveaus um fünf Prozent und eine 38-Stunden Woche.

Nach Angaben von Hupfeld sind in der Ortsgruppe Kassel 350 Lokführer und Zugbegleiter organisiert. Bislang waren die Tarifgespräche ergebnislos geblieben. (abe/rud(dpa)

Ein Video folgt im Laufe des Morgens.

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Rubriklistenbild: © dpa

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