Höherer Lohn gefordert

Warnstreiks in Kassel: 5500 Beschäftigte legten die Innenstadt lahm

Kassel. 5500 Beschäftige aus dem öffentlichen Dienst haben am Mittwoch in Kassel gestreikt und Teile der Innenstadt für Stunden lahmgelegt. Zu dem Warnstreik und der damit verbundenen Forderung nach höheren Löhnen hatte die Gewerkschaft Verdi aufgerufen. Am Altmarkt ging für die Autofahrer nichts mehr.

Aktuelle Informationen und Bilder rund um den Warnstreik gibt es auf  www.kassel-live.de

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Dort trafen sich die drei Demonstrationszüge gegen 9.30 Uhr, die an unterschiedlichen Stellen am Mittwochmorgen gestartet waren. Betroffen von der Demonstration waren insbesondere Autofahrer, die in dieser Zeit auf der Weserstraße in Richtung Innenstadt unterwegs waren, der Verkehr auf der Leipziger Straße sowie Autofahrer auf der Fünffensterstraße und dem Steinweg bis zum Altmarkt.

Auch der öffentliche Nahverkehr kam nahezu komplett zum Erliegen, denn die 850 Beschäftigen der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) streikten ebenfalls.

An der Demo nahmen dieses Mal aber auch Mitarbeiter des Klinkums Kassel und anderer Krankenhäuser teil. „Ich hoffe, dass unser starkes Signal gewirkt hat“, sagte Frank Bsirske, Verdi-Bundesvorsitzender nach seiner Rede vor den Streikenden auf dem Königsplatz. Nun müsse man abwarten, ob Bund und Kommunen am kommenden Montag darauf reagierten.

Aktualisiert um 16 Uhr

„Ihr seid die Stars des Alltags“, hatte Bsirske in seiner Rede gesagt. Konkret fordert die Gewerkschaft für die 2,1 Millionen Angestellten von Bund und Kommunen eine Gehaltserhöhung um einen Betrag von 100 Euro monatlich sowie weitere 3,5 Prozent Lohnsteigerung.Auszubildende sollen 100 Euro mehr im Monat bekommen und eine unbefristete Übernahme nach Ausbildung geregelt werden.

Für Busfahrer soll es 70 Euro Nahverkehrszulage und für Krankenhaus-Angestellte eine Angleichung des Nachtarbeitszuschlags geben. Aus der Liste der Forderung steht zudem ein für alle geltender Urlaubanspruch von 30 Tagen.

Video: 5500 Streikende auf Königsplatz

Auswirkungen des Warnstreiks:

Der Warnstreik für Beschäftigte im öffentlichen Dienst hat erhebliche Auswirkungen. Da sich die Mitarbeiter der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) an dem Ausstand beteiligen, fahren den ganzen Tag keine Straßenbahnen und KVG-Busse.

Auch im Landkreis beteiligen sich Mitarbeiter von Kitas, Bauhöfen und Rathäusern an dem Ausstand. Für die Regiotrams aus dem Umland ist am Kulturbahnhof Endstation. An den Haltestellen informiert die KVG über den Streik auf elektronischen Fahrplananzeigern und mit Durchsagen.

Notdienste für Kitas

Nach Informationen der Stadt sind Notdienste für die städtischen Kitas eingerichtet. Die Eltern seien über die Einschränkungen informiert worden. Durch den Ausstand könne es zu längeren Wartezeiten bei der Kfz-Zulassungsstelle und beim Einwohnerservice kommen. Die Kundeninfo im Foyer des Rathauses bleibt geschlossen.

Wieder Warnstreik in Kassel

Auch die Stadtreiniger sind zum Warnstreik aufgerufen. Deshalb verschiebt sich die Müllabfuhr um einen Tag. Die Stadtreiniger bitten ihre Kunden, gelbe Säcke erst am veränderten Abholtag rauszustellen. Vom Streik betroffen sind auch die Patienten des Klinikums. Nach Angaben von Personalvorstand Birgit Dilchert will die Unternehmensleitung eine Notdienstvereinbarung mit der Gewerkschaft Ver.di schließen. Die Notfallversorgung für Patienten sei gesichert. Trotz des Streiks werden laufende Therapien fortgeführt, die Kreißsäle sind mit Hebammen besetzt.

Nach Angaben der Städtischen Werke sind alle Störungs- und Notfallnummern (Strom, Gas, Fernwärme, Wasser) besetzt. Das Kundenzentrum in der Kurfürsten-Galerie ist geschlossen. Der Streik wirk sich auch auf das Auebad und das Hallenbad Süd aus. Beide Bäder sind am Mittwoch geschlossen.

Telekom streikt auch

Dem Ausstand im öffentlichen Dienst schließen sich die Mitarbeiter der Telekom an. Die setzen sich ebenfalls mit einem Warnstreik für mehr Gehalt und einen besseren Kündigungsschutz ein. (tos/mho/mhs)

Alternativen im Verkehr

Vor dem vergangenen Streik am Dienstag hatte der NVV einige Empfehlungen ausgesprochen, um mit öffentlichen Verkehrsmitteln mobil zu bleiben.

Für Schauenburg: Hier fahren die Linien 52, 53 und 59 regulär. Die 52 fährt in die Kasseler Innenstadt. Im Spätverkehr empfiehlt sich der Umstieg von der Linie 53 auf die Linien 100 und 500 oder auf die Züge und Regiotrams am Bahnhof Wilhelmshöhe.

Für Baunatal: Hier kann entweder Richtung Guntershausen (Umstieg Regiotram) oder an der Stadtmitte mit Bus 51 nach Kassel gefahren werden. Die Linie 51 fährt bis Bahnhof Wilhelmshöhe. Dort kann auf die Züge und Regiotrams oder auf die Linien 52, 100 und 500 umgestiegen werden.

Für Fuldabrück: Hier gibt es nur begrenzte Alternativen. Die Linie 50 fährt, jedoch fehlen an beiden Enden die Anschlüsse in die Innenstadt. Von Dennhausen/Dittershausen empfiehlt sich die Regiotram am Bahnhof Rengershausen, von Dörnhagen die Linie 50 nach Guxhagen und Umstieg auf Cantus oder Regiotram und von Bergshausen die Linie 35 nach Lohfelden und Umstieg auf die Linie 37.

Für Lohfelden: Hier fahren die Busse nach Plan, aber bestehen am Abend am Platz der Deutschen Einheit keine Anschlüsse von und nach Kassel Innenstadt. Auch sollten Fahrgäste der Linie 35 nicht zum Lindenberg, sondern nach Lohfelden zum Umstieg auf die Linie 37 fahren.

Für Kaufungen und Nieste: Hier fährt die Linie 34, aber die Tram entfällt. Umsteigemöglichkeiten von der Linie 34 in Staufenberg auf die Linie 32 bestehen nur begrenzt.

Für Niestetal und Staufenberg: Hier fahren alle Buslinien. Von der Linie 30 muss am Platz der Einheit auf die Linien 32 oder 37 umgestiegen werden. Im Spätverkehr entfällt der Anschluss am Platz der Einheit.

Für Fuldatal: Hier fahren die Buslinien nach Plan, jedoch enden sie an der Ihringshäuser Straße ohne Anschluss, da die Trams nicht fahren. Es wird empfohlen, am Bahnhof Ihringshausen auf die Cantus-Züge umzusteigen.

Für Vellmar: Hier fahren die Buslinien 41, 43, 44 und 48. Allerdings entfällt die Tram. Es wird empfohlen die Züge und Regiotrams in Obervellmar und Niedervellmar zu nutzen, beide Bahnhöfe sind mit den Bussen erreichbar.

Für Espenau: Hier fahren Regiotram und Busse. Jedoch entfällt bei der Linie 47 die Anschlussmöglichkeit mit der Tram 1. Daher sollten Fahrgäste zum Bahnhof Mönchehof fahren oder nach Schäferberg, wo auf die Linie 100 umgestiegen werden kann, die bis nach Kassel fährt.

Für Calden: Hier fahren alle Busse und die Regiotram in Fürstenwald. Fahrgäste können auch gut mit der Linie 100 bis nach Kassel kommen.

Für Ahnatal: Hier fahren alle Busse, Züge und Regiotrams. Bei der Linie 48 kann jedoch in Vellmar und an der Ihringshäuser Straße nicht mehr die Tram genutzt werden.

Für Habichtswald: Hier fährt die Linie 110, die Linie 22 fährt nicht. Fahrgäste sollten die Linie 110 bis Bahnhof Wilhelmshöhe nutzen und dort in die Züge, Regiotrams oder die Buslinien 52, 100 und 500 umsteigen. (sal/tos/bon)

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