Thüringer Würste für das Image: Warteraum-Eröffnung am Bahnhof Wilhelmshöhe

Kassel. 30 Minuten Thüringer Rostbratwürste für alle. Denn wer Bratwurst mampft, kann nicht gleichzeitig schimpfen. Am Freitag wurden die Warteräume am Bahnhof Wilhelmshöhe eröffnet. Zumindest einer der beiden.

Schimpfen, oder mähren wie die Kasseler sagen, über die viermonatige Verspätung, mit der die zwei Warteräume im IC-Bahnhof Wilhelmshöhe jetzt eröffnet wurden.

Wobei: Zur Eröffnungsfeier mit Grillgut und Schlager von Sylvia und Laurent war einer der Warteräume immer noch nicht fertig.

Die halbstündige Freiwurstphase hatte DB-Bahnhofsmanager Gerd Tucholka zur Eröffnung der zwei Warteräume spendiert. Kurz nach 12.30 Uhr meldeten Norbert und Madeleine Mörtl am Bratwurststand vor dem IC-Bahnhof: 200 Würste sind verteilt. Und warten muss auch niemand lange.

Lesen Sie auch:

- Warten auf Warteraum am IC-Bahnhof: Aufbau der Pavillons nächste Woche

- Hier fahren die Warteräume für den Bahnhof Wilhelmshöhe wieder weg

Wer sich eine Wurst geholt hatte, den zog es aber nicht unbedingt in den einen, fertigen und beheizbaren Warteraum. Die Schaulustigen und Reisenden gingen nach draußen in die Wärme. Da war es auch ruhiger. Denn selbst mit geschlossener Tür war im Warteraum noch gut „Wenn der weiße Flieder blüht“ von Sylvia, einer thüringischen Bergbahnkönigin, und ihrem Gesangspartner Laurent gut zu hören.

Auch der andere Raum werde an diesem Tag noch fertig, versicherte Bahnhofsmanger Gerd Tucholka. 60 000 Euro haben die verglasten Warteräume gekostet. Immer wieder hatte sich die Fertigstellung etwa wegen fehlenden Materials verzögert.

Mit viermonatiger Verspätung kann nun endlich darin gewartet werden: im Sitzen, im Stehen, lehnend, mit oder ohne Wurst - aber immer windgeschützt. Im Zug soll man jetzt wirklich nur noch im Waggon sitzen und nicht mehr in der Bahnhofshalle. Das hatten Reisende immer wieder kritisiert. Ein bisschen Kritik gab es aber trotz Freiwurst und Schunkelschlager. „Die Bänke sind ein bisschen hart hier“, sagt die Reisende Judith Bielik. „Ist ja auch kein Wohnzimmer“, sagt Manager Tucholka lachend.

Von Max Holscher

Rubriklistenbild: © Schachtschneider, Dieter

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.